Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

sich gehörig sammeln und vorbereiten könne, und damit erst der Tagsich nähere; denn in der Nacht, fürchteten sie, könne leicht unterihnen selbst Verwirrung entstehen. Indeß dieser Aufenthalt warihnen verderblich. Zwar gelang es den 200 Eingedrungenen, dasie sich lautlos aus die Erde niederlegten, die beiden ersten Rondender Genfer zu überraschen und ohne Geräusch zu tödten; doch baldänderte sich die Lage der Dinge. Die dritte Ronde bestand auseinem Soldaten und einem Knaben, welcher eine Laterne trug: derErstere wurde niedergestoßen, aber der Knabe entkam und alarmirtedie Wache im Münzthurme, die einen Schuß abfeuerte. Rasch ent-schlossen, raffte Brignolet einen Theil seiner Leute zusammen, eiltenach dem Neuthore, überwältigte die schwache Wache und öffnetedas Thor durch eine gegen dasselbe angebrachte Petarde. Zu gleicherZeit waren die übrigen Eingedrungenen über einen weiten wüstenPlatz hin durch die Hinterseiten der Häuser in das Herz der Stadt,die Place de Notre-Dame, vorgegangen. Noch jetzt schien der Siegsich auf die Seite der Savoyer zu neigen, deren Gros sich gegendas Neuthor in Bewegung setzte. Aus ihrem Munde ertönten dieRufe: „Es lebe Spanien! es lebe Savoyen! gewonnene Stadt!tödte, todte!" Aber ein unglücklicher Umstand machte alles zu nichte.Ein Soldat der Wache am Neuthor hatte, als er sich rettete, denklugen Gedanken, auf den Wall über dem Thore zu klimmen unddas Fallgitter niederzulassen, so daß das Oeffnen des Thores ganzunmöglich und die draußen anrückenden Savoyer von neuem aus-geschlossen wurden. Und nun regte es sich in der Stadt, die durchdas Schießen aus dem Schlaf erwacht war. Die auf dem Rath-hause Wacht habenden Milizen eilten unter Anführung einiger Ka-pitäne zunächst nach dem Neuthore. Zwar wurden sie, an Zahlschwach, von den Savoyern zurückgetrieben, doch hatten die erstenihrer Schüsse den Petardier getödtet, so daß den Savoyern keinMittel mehr blieb, das Fallgitter zu öffnen. Jetzt ging den Ein-gedrungenen der Muth aus, so daß sie die Ueberlegenheit, die sieeinstweilen noch besaßen, unbenutzt ließen. Inzwischen hatten sich