Lcheinfriede.
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Boten und Briefe der Genfer, um das Geschehene zu melden undvon ihren Verbündeten Hülfe und Schutz zu erflehen. Flugblätterund „Neue Zeitungen" verbreiteten die Kunde von der Escaladedurch alle Länder. Nicht vergebens war das Anliegen der Genfer.Die Kantone Bern und Freiburg schickten ihnen sofort 1200 Mannzu, so daß die Stadt vor jedem Handstreiche sicher war. Einigefranzösische Protestanten eilten freiwillig hinzu, unter ihnen ein Sohndes alten Du Plessis, der stets voran war, wo es die Sache seinerReligion galt.') Auch an Heinrich IV. kam bald Nachricht undGesuch der Genfer.
Derselbe war im ersten Augenblicke über den kecken Versuchdes Herzogs sehr ergrimmt, indeß nach reiflicher Ueberlegung beschloßer, seinem ganzen politischen Systeme gemäß, so wenig wie möglichaus der Sache zu machen. Gefahr schien ihm für den Momentnicht mehr vorhanden, der Herzog war tüchtig geschlagen und mitSchimpf heimgesandt, eine Wiederholung seines Unternehmens warso bald nicht zu fürchten. Aus der anderen Seite war dem Königean der Aufrechterhaltung seines äußerlich guten Einvernehmens mitSpanien und Savoyen gelegen, und beide hätte er unzweifelhaftdurch eine allzu warme Beschützung Genfs gekränkt und beleidigt.Auch Klemens VIII. mußte geschont werden. Gerade damals hatHeinrich dem Nunzius erklärt, er werde alle Mittel anwenden, umden europäischen Frieden zu befestigen: eine Phrase, deren Sinnunter den obwaltenden Umständen und dem Nunzius gegenüber leichtzu verstehen war. Er zeigte sich also in der Angelegenheit ziem-lich kalt. Seinen Gesandten befahl er, über die ganze Sache einst-weilen völlig zu schweigen; den Genfern antwortete er, wenn sieseinen Schutz nöthig hätten, werde er ihnen denselben in vollemMaße gewähren, aber jetzt sähe er noch zu wenig ab, wie die Dinge
y Du Plessis an den König, 3. Febr. 1603; lOslIrss äs Du INessis,I. 34 k.
0 N8. Phil. III. an Tassis, 20. Febr.; Arch. v. Sim., L 1451.