Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

sich gestalten würden, um schon einen bestimmten Entschluß fassenzu können?)

Die Spanier und Savoyarden dankten dem Könige für dieseMäßigung wenig, im Gegentheil, sie wurden durch dieselbe zu neuenUebergrisfen und Feindseligkeiten ermuthigt. Die Spanier benutztendie allgemeine Zusicherung des Schutzes, die Heinrich den Genfernertheilt hatte, mit Freuden, um ihn bei dem Papste zu denunziren,der in der ganzen Angelegenheit ja schon gegen den französischenMonarchen ausgebracht war; hier könne man nun wieder sehen,stellte der Herzog von Sessa dem heiligen Vater vor, wie Hein-rich IV. stets alle Ketzer beschütze. Wie schade sei es, bemerktPhilipp in einer Instruktion an Tassis, daß Heinrich IV. immervom Frieden rede und von seiner Neigung, denselben aufrecht zuerhalten, und dabei seine Thaten nie seinen Worten entsprechenlasse!

Karl Emanuel vollends benahm sich Frankreich gegenüber mitseiner gewöhnlichen Keckheit. Er ließ den Eidgenossen erklären, erhabe mit seinem Angriffe auf Genf keineswegs ihre Ruhe zu störenbeabsichtigt, sondern er habe denselben nur unternommen, weil ergehört, daß der König von Frankreich sich durch Lesdiguieres derStadt habe bemächtigen wollen; und da Heinrich ihnen doch einviel gefährlicherer Nachbar sein würde, als er — der Herzog — soseien sie ihm für seinen Versuch nur Dank schuldig! Außerdem habeer ja alte Rechte auf Gens?) — Wie ließe sich wohl eine größereUnverschämtheit denken, als der Savoyer sie hier zeigte. Statt sichzu entschuldigen, klagte er einen Anderen völlig ungerechtfertigt an

') I,. IN., VI. 6, 8 k.: Instruktion an Fresnes v. 6. Jan.; Schreiben andie Stadt Genf v. 8. Jan.

2) N8. Sep. Tassis', 3.-23. Jan. mit Apostille des Königs; Arch. v.Sim., L 1606; Cons. des sp. Staatsr. v. 25. Fcbr., ibiä., L 1426.

^) S. die vor. Seite Anmerk. 2 citirte Instruktion.

*) LI8. Dep. Tassis' v. 22. Febr. — Vgl. I'. Llattbien, II. 204 8 I.;8. 6n^et, 6br. spt., 232; Lbsvenbiller, ^nn. 8erä,, VI 2625 k.