Scheinfriede.
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und verlangte für seinen verrätherischen Angriff noch die Dankbar-keit der Bedrohten! Es ist natürlich, daß die Genfer und Schweizernicht in die plumpe Falle des Herzogs fielen. Im Gegentheil, er-muthigt durch die Ankunft französischer Soldtruppen in Stärke von600 Mann, unternahmen sie Raubzüge in das savoyische Gebiet undauf einem derselben eroberten sie auch das Städtchen Saint-Gentsin der Nähe von Aosta
Trotz aller dieser Ereignisse verharrte Heinrich in seiner Ruhe,wenn er sich auch allmählich genöthigt sah, etwas schärfer aufzu-treten. Noch immer befahl er seinen Gesandten, auf Anfragen überseine Absichten in der savoyischen Sache ausweichende Antwortenzu geben?) Doch ließ er dem Herzoge von Savoyen selbst nun-mehr durch Fresnes-Canaye, den französischen Gesandten in Venedig,deutlich seine Meinung sagen. Der König sei fest entschlossen, dieGenfer gegen jeden Angriff von savoyischer Seite in Schutz zunehmen. Das Manifest des Herzogs an die Berner verachte er,und wenn er darauf antworten wollte, so würde es durch den Mundder Kanonen sein?) — Heinrich's Absicht war es noch immer nicht,ein Zerwürfniß mit Savoyen herbeizuführen, wohl aber erkannte erdie Nothwendigkeit, die Keckheit Karl Emanuel's zu demüthigen undeinzuschüchtern. Er sah wohl ein, daß an ein besseres und engeresVerhältniß mit demselben, wie er es ja beabsichtigte, gar nicht zu denkensei, wenn er dem ehrgeizigen und gewissenlosen Fürsten nicht seinenErnst zeige und ihm wieder mit jener französischen Macht drohe,die ihn schon einmal so empfindlich getroffen hatte. Der Erfolgbewies auch, daß Heinrich richtig gerechnet hatte: Karl Emanuelgerieth in Angst. Noch ein anderes Ereigniß trug hierzu bei, ohnejedes Zuthun des Königs. Bei der Eroberung von Saint-Genishatten die Genfer die französischen Soldaten angewendet, die inihrem Solde standen, und waren sogar über französisches Gebiet
') Heinrich IV. an de Fresncs, 4. Febr.; L. m., VI. 24.Ders. an dens., 11. April; ibiä. 666.