Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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Noch einen gütlichen Versuch machte Karl Emanuel, sich dieGenfer zu gewinnen. Er begann freundschaftliche Unterhandlungenmit ihnen, wahrscheinlich um sie zu einer wenn auch nur nominellenUnterwerfung unter seine Oberherrschaft zu bewegen. Als dieGenfer, durch die erst kürzlich gemachten Erfahrungen gewitzigt, jedeNegoziazion ablehnten, drohte der Herzog, ihre Stadt zu belagern,sowie seine Kinder in Spanien angelangt seien, weil er dann derUnterstützung durch die gesammte spanische Macht sicher sei. Hein-rich IV. hielt es aber kaum der Mühe werth, auf diese DrohungenRücksicht zu nehmen, denn sie waren offenbar nur ein letzter Ver-such des Savoyers, dasjenige durch Einschüchterung zu gewinnen,was er bisher weder durch Güte noch durch Gewalt hatte erlangenkönnen?)

Wiederum war Karl Emanuel ein Unternehmen fehlgeschlagen,das er in der Hoffnung auf spanische Unterstützung begonnen hatte,wiederum war diese ausgeblieben. Was hatten ihm alle seine weitaussehenden Plane genützt, zu deren Verwirklichung er vor keinem,auch noch so verwerflichen Mittel zurückgeschreckt war? Schon hatteer sich auf dem Gipfel aller Hoffnungen geglaubt, als er die spa-nische Jnfantin heimführte: denn nun war er sicher, er werde durchdie Spanier zu einer großartigen Stellung in Europa gelangen.Aber die eifersüchtige Politik der spanischen Könige, welche dienächsten Angehörigen nicht schonte, sah sich keineswegs durch per-sönliche Rücksichten zu einer besonderen Begünstigung des Herzogsveranlaßt: von Anfang an hatte Philipp II. Savoyen nur als einMittel und nicht dessen Vergrößerung als ein Ziel seiner Politikbetrachtet; und Philipp III. und Lerma schlugen hierin keine anderenWege ein. So hatte der verstorbene König ihn in dem Friedenvon Vervins im Stiche gelassen, der jetzt regierende im Frieden vonLyon und nunmehr in der genfer Angelegenheit. Wie hätte auchdie spanische Staatskunst das Aufkommen eines mächtigen italieni-

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