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Viertes Kapitel.
sehen Territoriums begünstigen können, da doch die Spanier mitaller Macht dahin strebten, sich zu unumschränkten Herren derganzen Halbinsel zu machen! Was war also der Erfolg von KarlEmanuel's hispanisirender Politik gewesen? Sein Land war ver-verkleinert, statt vergrößert, und in einem Zustand der gänzlichenVerarmung und Erschöpfung. Indem allmählich der Herzog desgänzlich Unfruchtbaren seiner bisherigen Richtung inne gewordenwar, war der Entschluß immer mehr in ihm gereift, sie völlig zuwechseln. Schon vor dem Kriege um Saluzzo hatte er — wie er-wähnt — dem französischen Könige ein enges Offen sivbündnißgegen Spanien angeboten, und nur Heinrich's Weigerung hatte ihnauf spanischer Seite erhalten. Seitdem hatte sich bei jeder neuenNiederlage, die er erfahren, der Wille in ihm befestigt, bei derersten passenden Gelegenheit sich von Spanien zu trennen. Freilichhatte er es doch nicht unterlassen können, hier und da einen Vor-theil auf Kosten Frankreich's zu suchen: aber seine Intention warim allgemeinen aus eine Verständigung mit Frankreich gerichtet,und diese letzte Niederlage endlich brachte seinen Entschluß zur Reife.
Zunächst legte er jeden kriegerischen Gedanken gegen Genf beiSeite. Schon lange hatte Heinrich bei den Genfern auf den Frie-den hin gewirkt. De Vic, der französische Gesandte bei der Eid-genossenschaft, mußte sich nach Genf begeben, um die Bewohnerdieser Stadt dem Frieden geneigt zu machen. Zuerst hatte er nichtviel Anklang gefunden. Die kleine Republik war auf ihre bisherigenErfolge nicht wenig stolz und dachte an nichts anderes, als dieselbenweiter zu verfolgen, den verhaßten Savoyer zu demüthigen undsich aus feine Kosten zu vergrößern. Seine gänzliche Besiegungschien ihnen eine leichte Sache, denn wie er aus spanische, so hofftensie auf französische, schweizerische, deutsch-protestantische Hülfe. End-lich gelang es de Vic, ihren Eifer in etwas abzukühlen, indem ersie auf die Gefahren eines weiteren Krieges und auf die großenVortheile aufmerksam machte, die sie durch einen ehrenvollen Frie-den gewinnen würden. Nun schlugen sie zwar dem Herzoge einen