Band 
Erster Theil.
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darum würde er die Feindseligkeit gegen die spanische Macht kaumeinen Augenblick suspendirt haben. Der Gesichtspunkt, von dem erausging, ist von uns zu oft auseinander gesetzt worden, um nuunoch einmal dargelegt zu werden: die Schwächung, wo möglich dasVerderben des Hauses Habsburg behielt er unausgesetzt im Auge.Freilich hatte er an den Umtrieben der Spanier in Frankreich einBeispiel, aus das er sich berufen konnte, mit dem er sich zu recht-fertigen vermochte: aber hatte nicht gerade er jene Umtriebe auf dashärteste verurtheilt? hatte er sie nicht zu lauten Anklagen gegen dieSpanier und Savoyer benutzt? Und jetzt verbündete er sich mitMenschen, die nicht allein Empörer gegen die Macht des spanischenKönigs in dessen eigenem Lande waren, sondern noch außerdemFeinde des christlichen Namens überhaupt.

Ferdinand der Katholische, Karl V. und Philipp II. hatten dieBedingungen, unter welchen sich einst die Mauren von'Granadadem Ersteren ergeben, schmählich verletzt. Sie hatten die Nachkömm-linge der Mauren auf der Halbinsel, die Moriscos, durch alle er-denklichen Bedrückungen und Quälereien nicht nur zu Christen zumachen, sondern auch aller unterscheidenden Merkmale, aller Sitten,Gewohnheiten, Anschauungen, Gebräuche, der Sprache ihrer Rasseund ihres Volkes zu berauben gesucht. Nur äußerlich hatten dieMorisken sich diesem Zwange unterworfen; nicht einer unter tausendhatte sich willig und gern den neuen Verhältnissen gefügt. Wiehätte auch ein lebenskräftiges, zähes Volk so plötzlich seine heiligstenGüter, sein innerstes Wesen opfern und von sich werfen können undmögen?') Aufstände auf Aufstände erfolgten, durch welche die Mo-risken das ihnen auferlegte Joch abzuschütteln suchten; besonders inGranada, in dem rauhen und wilden Gebirge der Alpujarras, wodie Mauren noch am zahlreichsten und unabhängigsten waren, tob-ten die Kämpfe. Im Jahre 1527 brach die blutige Empörung im

') Bgl. I^knsnrs, XV. 70—73; 203—212; 363—372. — VstziW, I/Ls-PLAiie, I. 247 N.