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Viertes Kapitel.
zu agitiren, befahl er Herrn von Beaumont in London, alles auf-zubieten, um den englisch-spanischen Frieden scheitern zu machen.')Und trotzdem gab sich Heinrich IV. stets für den Schützer und Be-wahrn der Ruhe in Europa aus, für den Freund des Friedens, nurdiesem nachstrebend. Frankreich war damals in den offiziellen Aus-lassungen seiner Regierung das Bollwerk des Heiles der Christenheit,wie es jetzt, gleichfalls nach der Behauptung seiner Lenker, die Schutz-wehr der Zivilisation ist. Moralität und Ehrlichkeit ist der PolitikHeinrich's gänzlich abzustreiten, aber freilich nicht eine unermüdlicheThatkraft, eine Konsequenz und Geschicklichkeit, die in ihrer Art be-wundernswerth sind.
So arbeitete der französische König, indem er äußerlich einfreundschaftliches Verhältniß zu Spanien herzustellen und zu erhaltensuchte, doch nach Kräften demselben entgegen: in der Schweiz,in Italien, in England, den Niederlanden, in Deutschlandund im Oriente. Indeß alle diese Maßnahmen in der äußerenPolitik hätten sich, wenn auch nicht mit einer aufrichtigen Freund-schaft, so doch mit einem gewissen formellen Einvernehmen zwischenSpanien und Frankreich vereinigen lassen. Die Interessen beiderLänder gingen einmal so weit wie möglich aus einander, daran ließsich nichts ändern; aber während man sich diplomatisch bekämpfte,konnte man ja sonst in Frieden und höflichem Verkehre mit ein-ander leben. .Jedoch der französische König benutzte den Scheinder Freundschaft, um auch im Innern des spanischen Reiches Zwie-tracht und Empörung zu stiften. Es zeigte sich sonnenklar, daß,wenn Heinrich eine freundschaftliche Miene Spanien gegenüber an-nahm, dies nur Heuchelei, nur Verstellung war, um den Neben-buhler einstweilen in Sicherheit zu wiegen, um den tödtlichen Streichgegen denselben desto leichter führen zu können. Jene Familien-verbindung mit dem spanischen Herrscherhause hätte Heinrich wohlum der Befestigung seiner eigenen Dynastie willen gewünscht, aber
') Instruktion an Beaumont, 9. Juni 1604; 6. m., VI. 686.