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Viertes Kapitel.
derselben, zu sich nach Fontainebleau kommen lassen, wo sie mit ihmsowie mit Nosny, bekanntlich einem eisrigen Anhänger der hollän-dischen Allianz, unterhandelten und beriethen.')
Hierzu kam nun la Force mit den Verheißungen der Morisken.
Leider sind wir über die folgenden Verhandlungen nicht unterrichtet.
Der spanische Botschafter konnte seinem Hofe nicht mehr Nachrichtvon den französischen Ministerberathungeu ertheilen, denn soebenwar — wie wir später erwähnen werden — der Hauptspion derSpanier in Frankreich, Nikolaus l'Hoste, der Sekretär Mlleroy's,entdeckt worden. Die Ankunft des Marquis de la Force am Hofekonnte an und für sich noch keinen Verdacht erregen, denn derselbewar Gardekapitän des Königs und mußte als solcher jährlich seinQuartal am Hofe abdienen. So finden sich weder in den Papierenvon Simancas noch in den Berichten des Gesandten der belgischenErzherzoge in Paris Spuren von der Kenntniß dieser neuen Mo-riskenverhandlungen. Vielleicht dürften in den Archiven des fran- z
zösischen Ministeriums des Aeußern noch einige Schriftstücke überdiese Angelegenheit erhalten sein, aber gewiß ist es keineswegs, damöglicher Weise in diesen Dingen nichts dem Papiere anvertrautwurde. Es wurden eben die betreffenden Verhandlungen im streng-sten Geheimnisse geführt, nirgends finden wir in den Briefen desKönigs, seiner Minister und des Marquis de la Force auch nurdie geringste Andeutung über diese Sache. Nur das erfuhren dieSpanier, daß die Franzosen den Krieg in Italien durch heimlicheEinverständnisse im Mailändischen vorbereiteten.^)
Erst im Ansang des folgenden Jahres kommt uns die Ange-legenheit der Morisken wieder vor Augen. Der große Plan hatteinzwischen bedeutende Fortschritte gemacht. In den ersten Monaten ü
des Jahres 1605 versammelten sich heimlich die sechszig Vertreter
p N8. Cons. des sp. Staatsr. v. 9. Scpt.; Arch. v. Sun., L 1426.
2) LI8. Don Balt. de Zuüiga an den König, Paris, 60. Dez. 1604; Arch.v. Sim., X. 1460.