Scheinfriede.
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sam gemacht, forschte die spanische Regierung weiter, und so gelanges dem Marques de Villamizar, dem Vizekönige von Valencia, derganzen weitverzweigten Verschwörung unter den Morisken auf dieSpur zu kommen. Auch hier wurden zwei Fremde — wie esscheint, Italiener im Dienste der französischen Regierung — ge-fangen genommen sowie einige der reichsten und mächtigsten Mo-risken (Juni 1605). Die Sache schien allzu wichtig und bedenklich,um sie schriftlich vor den gewöhnlichen Richtern zu verhandeln, undso wurde ihre Untersuchung einem Vertrauensmann, dem Grafenvon Jelves, übertragen. Die Mauren sowohl wie die beiden Frem-den wurden der Tortur unterworfen, bis sie Geständnisse machten;besonders der eine der Fremden, Martin Jviundo, legte eine um-fassende Beichte ab. Dieselbe wurde von einem abtrünnigen Mo-risken, Francisco Ribera, bestätigt und enthüllte den ganzen schlauangelegten Plan. So war derselbe gänzlich vereitelt, die Füh-rer der Bewegung büßten ihn mit dem Tode, die spanische Regie-rung traf alle nöthigen Vorsichtsmaßregeln für den Fall, daß dievalencianer Mauren doch einen Empörungsversuch hätten wagenwollen. Dieser Fall traf nicht ein; der Aufstand der Moriskenwar wieder einmal im Blute seiner Urheber erstickt.') — Ueber dieBetheiligung der französischen Regierung beobachteten die Spanier,die jetzt mehr als je den Krieg zu vermeiden wünschten, vorderhandein vorsichtiges Schweigen.
Heinrich IV. war über die Gefangennehmung Saint-Esteve'ssehr unruhig gewesen, aus Furcht, derselbe könne allzuviel verrathen.Die Besorgniß des Königs war um so größer, als er in Verbin-dung mit jenen Verhandlungen mit den Morisken ein anderes gro-ßes Unternehmen gegen Spanien betrieb. Schon viele Jahre vor-her hatte der Kapitän Moreau dem seither verstorbenen Marschallevon Matignon die Ueberlieferung Pampelona's mit Hülse einigerSoldaten von der Besatzung dieser Stadt angeboten. Indeß die
') 1?onsecL, lusta expulÄon, I. 111. o. I. p. 146 L