Band 
Erster Theil.
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Viertes Capitel.

lich weiß man nicht, ob er es nicht, wie im Jahre 1602, nur dar-auf abgesehen hatte, den Holländern die Hülfe der Franzosen zuentziehen. Jedenfalls war es, wie 1602, auch dieses Mal Spanien,welches die ersten entgegenkommenden Schritte that. Bei Gelegen-heit des savoyisch-genfer Handels hatte Heinrich IV. sich bei demPapste über die Unterstützung beklagt, welche Spanien dem Herzogehatte angedeihen lassen. Der spanische König ließ hierauf (EndeApril 1603') durch den Herzog von Sessa dem Papste melden:Heinrich's Klagen seien nur aus Verdacht gegründet, aber die Hülfe,welche derselbe den Holländern gewähre, sei faktisch. Der Herzogvon Savoyen könne bekanntlich nichts ohne Spanien thun, undHeinrich dürfe sicher sein, daß dieses den Herzog nicht gegen ihnunterstützen würde, wenn nur er selbst den holländischen Rebellenseinen Beistand entziehen wolle. — Lag hierin einerseits das in-direkte Zugeständnis daß bisher Philipp III. den Savoyer zur Feind-seligkeit gegen Frankreich gereizt und in derselben begünstigt hatte, sowar doch ohne Zweifel durch diese Erklärung auch ein Vorschlag zuernstlicher Annäherung gethan. — Der Papst machte gleichfalls denVersuch, ein wirklich freundschaftliches Verhältniß zwischen den bei-den katholischen Großmächten herzustellen: war dies doch das Idealseines ganzen Lebens und Wirkens! Am 18. Juni schrieb er —wahrscheinlich in Folge jener spanischen Erklärung — eigenhändigan Heinrich IV. ;^) er ermähnte ihn, den Frieden zu halten, beson-ders da der Herzog von Savoyen seine Pläne gegen Genf auf-gegeben habe. Nun aber solle Heinrich auch für immer aufhören,die holländischen Rebellen und die Ketzer überhaupt zu begünstigen,

') N8. Instruktion an Tassis, 28. Apr. 1603; Arch. v. Sinn, L 1451.

N8. Arch. v. Sim-, L 1606. — Schon am Ende des vorigen Jahreshatte der Papst einen ähnlichen Versuch gemacht, hatte aber nur ausweichendeAntwort erhalten; N8. Depesche Tassis' v. 12. Jan. 1603 idiä. Vgl. Bestä-tigung aller dieser Verhandlungen in den Depeschen d'Ossat's v. 10. Febr. 1603(Heitres ci'O., II. 1181 tk.) u. in dem Briefe Heinrich's an Beaumont vom27. Juni >604 (H. m., VI. 261).