Band 
Erster Theil.
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rektiv in sich: auch diese Angelegenheit fand, kaum am französischenHofe verhandelt, einen Verräther, der — nngcwarnt von dem Schick-sale l'Hoste's — dieselbe nach Valladolid meldete und dadurch dasUnternehmen vereitelte. Die Spanier trafen sofort die erforderlichenGegenmaßregeln, so daß die Franzosen gar keinen Versuch wagten?)Zu gleicher Zeit scheiterte ein ähnlicher Anschlag, welchen die Fran-zosen von neuem auf Perpignan gemacht hatten. Die Besatzungender spanischen Grenzplätze wurden verstärkt, vorzugsweise wurden fürdas ganz besonders exponirte Perpignan mehrere Kompagnien könig-licher Garden bestimmt. Es versteht sich, daß Frankreich an StelleSaint-Esteve's einen neuen Spion nach Frankreich sandte, aber imGroßen hörten doch nach all' dem Mißgeschick die ernsteren Versuchegegen die innere Ruhe des Nachbarreiches einstweilen auf. Hein-rich zog sich abermals in seine schon öfter geschilderte Defensivstelluugzurück.

Die Sache der Morisken, mit so vielem Eifer und auch sogroßer Aussicht auf Erfolg von Frankreich aufgenommen, wurdenunmehr von demselben für mehrere Jahre fallen gelassen. Phi-lipp III. aber hat den Morisken diese Verbindung mit seinem schlimm-sten Feinde nie vergessen, und es vergingen nur wenige Jahre, bisdie unglücklichen Nachkommen der früheren Herren Spanien's dasvolle Gewicht seines Zornes empfanden.

Wie hätte bei einem solchen Verfahren der einen Großmachtgegen die andere ein freundschaftliches Verhältniß zwischen denselbenobwalten können! In der That trafen sie in den meisten Fragender äußeren Politik aufeinander und waren in entgegengesetztemSinne wirkend. Man muß Philipp III. die Gerechtigkeit wider-fahren lassen, daß er auf diesem Gebiete einen ernstlichen Versuchzur Herstellung des Friedens zwischen beiden Mächten machte. Frei-

') I-L xores, I. 179, 183.

2 ) N8. Cons. des sp. Staatsr. v. 23. Aug. 1605 nedst Apostille.^ I'orcs, I. Ooi-i-ssx., 405.