PierteS Kapitel.
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brauchten und aus den reichen Gefilden Mailand's zu beziehen pfleg-ten. Aber dieses Mal erreichte der Spanier seinen Zweck nicht.Denn Frankreich zwar war weit vorn Bündnerlande entfernt unddurch andere Gebiete von demselben geschieden, so daß ein direkterund sicherer Handelsverkehr zwischen beiden Territorien nicht ge-pflogen werden konnte; das Venezianische dagegen stieß unmittelbaran das Veltlin und konnte daher den Bündnern das mailändischeGetreide ziemlich ersetzen. Die Venezianer, denen es an Mittelnnicht fehlte, begannen auch sofort den Bau einer neuen bequemenKunststraße über den Bernina-Paß, um so die Handelsverbindungzwischen ihrem Gebiete und den rhätischen Thälern zu erleichtern?)Die Bünde kümmerten sich deshalb um die Drohungen des Gover-nators nicht im mindesten, sondern schloffen zu Chur ihren Vertragmit den Venezianern ab.
In diesem verpflichteten sich beide Republiken zu einer bestän-digen Freundschaft. Die Graubündner gestatteten den Venezianern,im Falle der Bedrängniß 6000 Mann bei ihnen auszuheben, dieaber weder auf dem Meere noch zum Angriff von Festungen ver-wendet werden durften, sonst jedoch die Republik gegen jeden Feindzu vertheidigen hatten. Die Bedingungen der Besoldung und Ver-pflegung der in Graubünden auszuhebenden Truppen wurden sorg-fältig festgesetzt. Würden die Bündner selbst mit Krieg überzogenwerden, dann sollten sie das Recht haben, ihre Söldner im vene-zianischen Dienste sofort zurückzurufen, und Venedig mußte untersolchen Verhältnissen sogar die drei Bünde mit aller Macht unter-stützen. Die beiden kontrahirenden Theile verpflichteten sich jeder,den Kriegsleuten des anderen sowie seiner Verbündeten freien Durch-zug durch das eigene Gebiet zu gewähren, den Feinden des andernaber den Durchmarsch zu verwehren. Venedig sollte jährlich 3600
0 ^när. Llorosini, x. 639.
2) Vollständig mitgetheilt l?. Uattvien, II. 268 tk.; Onyst, I!i,r.8pt., 261 I. — Vgl. 'Ikon, 1. 130; Norosini, 639 I.