Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

suchten diese günstige Stimmung des französischen Monarchen aus-zubeuten. Sie erboten sich sogar, demselben das eroberte Sluyseinzuräumen, wahrscheinlich unter der Bedingung, daß er ihnen inausgedehnterem Maße beistehe und besonders eine Anstrengungmache, das von dem Erzherzog Albert hart bedrängte Oftende zuretten; als aber dieses nach heldenmüthiger dreijähriger Vertheidi-gung endlich siel (22. September 1604), zerschlugen sich auch dieVerhandlungen über die Abtretung von Sluys.') Aus der anderenSeite war Spanien geschäftig, Lothringen von der französischenAllianz, in der es sich bis jetzt befunden, zu trennen und zu demHabsburgischen Interesse hinüber zu ziehen. Wie Frankreich mitSavoyen, so suchte es also Spanien mit Lothringen zu machen.Die Herzogin von Bar, die Gemahlin des ältesten Sohnes desHerzoges von Lothringen, die Schwester Heinrich's IV., war imAnfange dieses Jahres gestorben; und wie diese Heirath Lothringenan Frankreich gefesselt hatte, so sollte nun eine Habsburgische Prin-zessin das Herzogthum zu Spanien hinüber führen. War dochLothringen schon immer wichtig genug gewesen, da es Deutschlandund Frankreich trennte und ein starkes Bollwerk für jedes dieserReiche gegen das andere werden konnte. Oft genug hatten sichja deshalb die deutschen und die französischen Könige um den Besitzdieser Zwischenprovinz gestritten! Für die Spanier kam noch hinzu,daß es auch zwischen der Franche - Comte und den Niederlandenmitten inne lag. Aus diesem letzteren Grunde hatte schon Karl derKühne, der sich hier genau in derselben Situation befand, wie dieSpanier jetzt, das Herzogthum sich anzueignen gesucht. Als des-halb im Herbste des Jahres 1604 der Herzog von Lothringen sichnach Paris begab, ertheilte Philipp III. seinem dortigen BotschafterZuniga den Auftrag, denselben in Betreff einer Vermählung seinesältesten Sohnes mit einer Erzherzogin von Gratz, einer Schwesterder spanischen Königin, zu sondiren; nur sollte Zuniga nicht merken

>> Ü18. Dep. Zuü.'s v. 7. Okt.; ikia., L 1U06.