Band 
Erster Theil.
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Tcheinfriede.

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gemeinschaftlich die Maßregeln zn berathen, die man gegen die spa-nischen Uebergriffe treffen könne.') Aber diese Republik war schon jetztvon ihrer früheren Thatkraft und Macht tief herabgesunken; sie zeigtebereits deutlich die Symptome des schnell sich ausdehnenden Ver-falles. Was half es der Signorie, daß ihre Finanzverhältnisse intrefflichem Zustande waren, daß sie zwanzig Millionen Zechinen imSchatze hatte ^): da sie nicht den Muth besaß, diese Reichthümer znverwerthen. Venedig blieb bei den bloßen kriegerischen Redenstehen: es that schließlich nicht das Mindeste für seine Alliirten.Das Beispiel der Feigheit, das es gab, wirkte ansteckend. Alleanderen italienischen Staaten, Savoyen, Toskana, hielten gleichfallszurück?) — Etwas thätiger zeigte sich der sranzösische König, derja die dringendsten Motive dazu hatte.

Er schickte den Präsidenten Caumartin mit einer Geldsumme,angeblich alten Schulden, an die Schweizer, um sie aufzufordern, siemöchten den Bündnern gegen den Governator von Mailand bei-stehen. War das gelungen, so mußte wohl Fuentes alle Pläne ge-gen das Veltlin aufgeben und sich zum Frieden bereit zeigen. Aberauch an die Bündner direkt sollte sich Caumartin wenden und die-selben in ihrem Widerstände gegen den spanischen Governator be-stärken; er wird ihnen wohl auch französische Hülfe in Aussicht ge-stellt haben?) Ebenso ermunterte Heinrich persönlich in einerAudienz, die er dem venezianischen Gesandten gab, dessen Regierungsich unverzüglich dem Ehrgeize Spanien's zu widersetzen; noch könneFrankreich ihnen helfen, sei aber er — der König — erst gestorben,dann werde Niemand mehr den Spaniern widerstehen können und

') A8. Dcp. ZuiUga's v. 15. Jan. 1605; Arch. v. Sim., X 1460.

2 ) 8iri, Usw. rse., I. 407.

3) Brief Heinrich's IV. v. 30. Sept., X. in., VI. 692. — Die schließlich ganzunfruchtbaren Berathungen des uenez. Senates über die Maßregeln, die ge-gen Fuentes zn treffen seien, findet man in den L.nid. äs Xresnss -

II. zinss.

4) N8. Dep. Znniga's v. 15. Dez. 1604; Arch. v. ,Si»i.,, X 1606. —Cons. des sp. Stantsr. v. 8. Febr. 1605; ibiä., X 1426.