Scheinfriede.
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wenn er verhindern wollte, daß Fuentes seinen Zweck erreichte unddie Bündner zur Unterwerfung unter seinen Willen zwänge, daßFrankreich verächtlich, Spanien allmächtig in Italien würde. Dasdrängende Interesse Frankreichs in jenen Gegenden und die Er-wägung, daß von dem Ausgange dieser rhätischen Sache zum gro-ßen Theile das Ansehen Frankreich's in Europa abhänge, überwogim Augenblicke die Rücksichtnahme auf die inneren Schwierigkeiten.Alles, was Heinrich während der letzten Jahre in Italien gewonnenhatte, stand auf dem Spiele, wenn er jetzt zurückwich, wenn er seineBundesgenossen, die auf ihn vertrauten, preisgab, wenn er zuließ,daß die Spanier sich in Graubünden fest setzten. Er griff also mitFeuer ein. Er verhieß den Bündnern, offen mit Waffengewalt wolleer sie unterstützen, und eben dasselbe forderte er auch von den Schwei-zern und den Venezianern, die ja ein gleiches Interesse hatten, diealles überschattenden Thürme Kastilien's von dem Splügen und vondem oberen Addathale fern zu halten. Es gewann jetzt den An-schein, als ob es in jenen Gegenden nun doch zu dem lange er-warteten Kampfe zwischen dem bourbonischen und dem habsbnr-gischen Staatensysteme kommen werde.') Der König ergriff sofortMaßregeln, um die Spanier zu kränken und zu schädigen. Erordnete die Aushebung dreier neuen Regimenter an, die er den Hol-ländern zu Hülfe schicken wollte. Ja, er ernannte schon die Ober-sten für diese Truppen, alle drei entschiedene Hugenotten, die mitFreuden den Degen gegen Spanien geführt hätten?)
Aber die spanische Regierung kannte die innere Lage Frank-reich's allzu gut, sie hatte selbst zu viel zu deren ungünstiger Ge-staltung beigetragen, als daß sie jetzt von übermäßiger Besorgnißhätte ergriffen werden sollen. Kalt ironisch bemerkte Zuüiga zuder Depesche, in der er die raschen Entschließungen Heinrich's mit-theilte: dieser „Furor" werde wohl nicht lange anhalten. Als die
l) U8. Dep. Zuinga's v. 14. April; iblä., X 1460.Vie ctv Du klsssis (Leydm 1647), 305.