334
Viertes Kapitel.
schweizer Kantone sich gegenüber der Aufforderung des Königs, denBündnern beizustehen, zum größten Theile sehr lau bezeigten; alsdie Venezianer auf die kriegerischen Drohungen Lerma's hin dieimmer wieder dringend geforderte Beihülse nicht gewährten'): daschob auch Heinrich die Betreibung der ganzen Angelegenheit einst-weilen auf unbestimmte Zeit hinaus; die Absendung der drei fran-zösischen Regimenter nach Holland wurde unterlassend) Die Vene-zianer ließen gar nichts Sicheres von sich hören; im Gegentheilebaten sie, um Lerma zu besänftigen, Heinrich IV., er möge doch umGotteswillen nicht die Graubündner zum Kriege anreizen, sonderndieselben versöhnlich stimmen?) Auch schickten sie durch ihren Ge-sandten in Spanien, Francesco Priuli, eine gar bewegliche Botschaftnach Valladolid, Philipp III. möge doch das alte gute Verhältnißzwischen den katholischen Königen und Venedig nicht stören; ihrBündniß mit den Rhätiern sei ja nur zum Schutz, nicht zum Trutzbestimmt. Dasselbe stellten sie dem spanischen Gesandten in Vene-dig, Don Jnigo de Cardenas, vor, den sie zu diesem Behufe inden Senat beriefen. Ebenso befahlen sie Padavino, in der Nach-giebigkeit bis an die Grenze des Möglichen zu gehen?) Ein sol-ches Auftreten konnte freilich die Spanier nur ermuthigen, die Bündenur einschüchtern.
Alle Hülfe also, welche die Graubündner von ihren Alliirtenmit Recht hatten erwarten können, beschränkte sich in Wirklichkeitauf die Ermahnungen, die Heinrich unaufhörlich an die schweizerischenKantone gelangen ließ, die Bündner nicht im Stiche zu lassen °):ein etwas zudringliches Verlangen, da ja der König zu allererstverpflichtet gewesen wäre, die Bündner zu unterstützen. Und auch
Dep. FresneS' v. II.,22.Jan.; 4.nib. äsVresiiW, t. II. 1. IV. ri.403ik.478 1.2) Ll8. Dep. Zniuga'S v. 14. Mai; I. e. — Vis äs Du I?1os8i8, I. c.Jnstr. an Fresnes v. 7. Juli; L. w., VI. 701.
Norosini, 649. — Vgl. 8. Homnnin, Llorin äoenmenlntn cli Vvusrin,VII. 11, 14.
ö) Vgl. feinen Brief an die Baseler v. 21. Mai; 4. M., VI. 482 I.