Scheinfriede.
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Thäler, immer mehr machte er einen Widerstand der Bündner un-möglich. Er schien es recht auf eine Verhöhnung Frankreichs undVenedig's abzusehen. Nur das hatte Heinrich IV. erreicht, daß dieSpanier nicht so geradezu die Bündner zur Unterwerfung unterihr Belieben zu zwingen wagten. Am Ausgange des Jahres1605 wurde die Lage der Dinge in Graubünden entschieden alsein Sieg der Spanier aufgefaßt:') indeß es zeigte sich bald, daßder französische König nur bessere Zeiten abgewartet hatte, um ener-gischer für die Bündner einzutreten. Sowie er, im Beginne desnächsten Jahres, seine aufrühkrischen Unterthanen überall zur Ruhegebracht, nahm er sich mit ganz anderem Nachdruck der rhätischenAngelegenheit an. Glücklicherweise war dieselbe, trotz aller Vor-theile, welche die Spanier erlangt hatten, doch noch nicht bis zueinem Punkte gelangt, wo nicht die Lage durch kräftigere Maß-nahmen von Seiten Frankreichs gänzlich zu dessen Gunsten hätteumgestaltet werden können. >—
Es war aber das Bündnerland nicht der einzige Punkt Ita-liens, wo die Spanier unter der Leitung des rücksichtslosen undfanatischen Fuentes sich wiederum Uebergriffe der kühnsten undunskrupulösesten Art gestatteten. Es ist bereits erzählt, wie er Fi-nale und Medesimo mitten im Frieden besetzt, Parma, Modena undMirandola zu Vasallenstaaten herunter gedrückt hatte. Er gingindeß noch weiter, ganz Mittelitalien umfaßte er mit seinen Plänen.Im Jahre 1602 selbst hatten die Spanier sich des FürstenthnmsPiombino, dessen Herrscher sich in ihren Schutz begeben hatten,gänzlich bemächtigt und sofort spanische Garnison hinein gelegt.-)Als dann am 5. Januar 1603 der junge Fürst von Piombino starbund mit ihm die Familie Appiani, die mit dem Ländchen belehntwar, ihr Ende nahm, hätte das Fürstenthum als erledigtes Lehendem Kaiser anheimfallen müssen. Anspruch auf dasselbe erhob der
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