342
Viertes Kapitel.
trage des Königs Heinrich, bei seiner Durchreise durch Savoyenmehrere Unterredungen mit dem Herzoge dieses Landes hatte, fandihn Frankreich sehr günstig gestimmt. Der Herzog von Mantuawies inzwischen eine ihm von den Spaniern angebotene Pensionvon 24,000 Scudi zurück und weigerte sich — zum ersten Male!— das Ueberwintern einiger spanischen Truppentheile im Mont-ferrat zu gestatten ') Vorzüglich Karl Emanuel nahm sein neuesVerhältniß zu Frankreich in seiner gewohnten feurigen Weise auf.Die Geburt eines spanischen Kronprinzen im Früjahre 1605 machteauch seinen Hoffnungen, einen seiner Söhne durch Heirath auf denspanischen Thron gelangen zu sehen, für alle Zeit ein Ende undzerriß damit das letzte Band, das ihn immer noch an die spanischePolitik geknüpft hatte. Seine Schwankungen hören von nun anvöllig auf; er lebte nur noch dem Gedanken eines kräftigen Offen-sivbündnisses mit Frankreich. Er schickte deshalb an Heinrich IV.und ließ ihn um eine Zusammenkunft bitten (August 1605. Wirwissen nicht, ob der Herzog dem Könige sogleich Eröffnungen überden Gegenstand ihrer Unterredungen bei dem etwaigen Zusammen-treffen gemacht hat: obwohl es wahrscheinlich ist, daß der Herzogeinen Grund.zu einer solchen Zusammenkunft schon bei der erstenAnregung wohl hat anführen müssen. Jedenfalls aber wissen wirganz zuverlässig, was Karl Emanuel mit jener Verhandlung wirk-lich bezweckte. Er wollte Heinrich IV. beistehen, das Maitändischefür Frankreich zu erobern, und dieses sollte ihm dafür die Bressewieder abtreten. Er erklärte sich bereit, dem Könige jede beliebigeSicherheit für die Reinheit seiner Absichten zu gebend) So wollteer sein früheres Besitzthum zurück erlangen, Saluzzo behalten unddoch Frankreich ein ansehnliches Gebiet in Italien verschaffen. DerAugenblick zu einem solchen Kampfe schien glücklich gewählt, die Miß-
>) Dep. Da Perron's v. 12. Jan. 1605; 8iri, Usw. rse., I. 327 k.
r) U8. Cons. des sp. Stautsr. v. 23. Aug.
8iri, Nein. reo., I. 354.