Band 
Erster Theil.
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Viertes Kapitel.

wollen. An dem spanischen Hofe hatte bisher der von dem Groß-herzige seiner Güter beraubte Don Pietro de'Medici gelebt, welcherdas Mißtrauen der Spanier gegen Ferdinand immer von neuemgeschürt hatte. Als er jetzt starb, kam ein spanischer Abgesandternach Florenz, welcher den Großherzog der vollen Versöhnung seinesKönigs mit ihm versicherte, ihm die Kinder Don Pietro's übergabund ihm zugleich die lange vergeblich erbetene Investitur mit Siena,die dem spanischen Könige zukam, ertheilte. Ferdinand war nichtabgeneigt, mit Spanien in ein freundlicheres Verhältniß zu treten,da er diesen Staat in Italien immer mächtiger werden und zugleichdie Vortheile, die er aus der Verbindung mit Frankreich zu ziehengehofft hatte, sich vorenthalten sah. Aber wie hätte er dieser Nei-gung folgen können, da die Spanier die Befestigung von PortoLongone auf Elba eifrig fortsetzten, welche seinen aufblühenden HafenLivorno vollständig zu beherrschen drohte! Auf alle Klagen desGroßherzogs hierüber erhielt er von Lerma nur das nichtssagendeVersprechen, die Festung solle nicht zum Schaden des Großherzogsund seiner Häfen benutzt werden. Mußte schon diese Thatsacheden Großherzog gegen Spanien mißtrauisch und ärgerlich ma-chen, so entrüsteten ihn noch mehr die dauernde Besetzung derLunigiana und jene berüchtigten Reunionsdekrete?) Alle dieseDinge trieben ihn, eigentlich gegen seinen Willen, wieder zu Frank-reich hinüber, auf dessen Seite er ja schon Savvyen, Man-tua, Venedig, alle noch unabhängigen Staaten der Halbinsel,fand. —

So erntete Spanien auf jedem Punkte, was es auszusäenpflegte, Abneigung und Feindschaft. Noch auf einem anderen vielbedeutsameren Gebiete trat das moralische Uebergewicht, welchesFrankreich allmählich unter der Leitung seines klugen und gewandtenKönigs über seinen Nebenbuhler zu gewinnen begann, deutlichhervor.

>) Oslliiüsi, Istorig. äHoscLiia, lib. V. eax. I I (III. 152 tk.).