Band 
Erster Theil.
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Scheinfriede.

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Schon seit dem Herbste 1604 war der gute Papst Klemens VIII.schwer erkrankt. Sein Zustand erweckte allgemeines Bedauern; selbstdie Protestanten schätzten ihn. Er hatte sich nie als Predigerdes Fanatismus, als Begünstiger von Ketzerverbrennungen undGlaubenskriegen gezeigt. Auch persönliche Habgier war ihm serngeblieben, sein Lebenswandel war ein streng sittlicher. Jetzt war erwenig mehr, als eine unförmliche Fleischmasse; die Extremitäten,Hände und Füße, gingen in Verwesung über; wollte er den Segenertheilen, so mußten ihm die Arme von Anderen aufgehoben undgehalten werden?) Das Ableben des Greises konnte also jeden Tagerwartet werden. Für Spanien sowohl wie für Frankreich mußtees da ein dringendes Interesse sein, bei Zeiten alles vorzubereiten,damit die Wahl des neuen Papstes möglichst im Sinne des be-treffenden Landes erfolgte. Welche Wichtigkeit hatte die Papstwahlnoch in politischer Beziehung! Abgesehen von der immerhin nichtunbedeutenden weltlichen Macht des Pontifex, eine wie ungeheuremoralische Gewalt hatte dieser damals über alle katholischen Länder!Noch gab es in jedem derselben Unzählige, die andächtrch auf jedesseiner Worte hörten, die alle Zeit bereit waren, für das Gebot desOberhirten der Christenheit Gut und Blut zu opfern. Nicht un-gestraft durfte man ihn zum Gegner haben; dem mächtigsten Mo-narchen mußte an seiner Freundschaft gelegen sein. So hatte Hein-rich IV., gewiß nicht aus Frömmigkeit, sich seine ganze Regierunghindurch bemüht, mit dem Papste in gutem Einvernehmen zu blei-ben. Bisher war es ihm im ganzen recht gut geglückt: drohte wirk-lich einmal ein Zwiespalt auszubrechen, so hatten ihn gegenseitigeKonzessionen stets wieder geheilt. Um so mehr mußte Heinrich daranliegen, jetzt einen Papst erwählt zu sehen, der ihm gleichfalls freund-

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