Scheinfriede.
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ihren eigenen in Widerstreit kamen. Hierdurch war er überhauptein Gegner der spanischen Nation geworden, und wir haben obengesehen, wie ihn aus diesem Grunde Heinrich IV. unter den Kar-dinälen aufführte, von denen er ganz besonders einen auf den päpst-lichen Thron erhoben zu sehen wünschte. Um so verhaßter war er-den Spaniern, die jedes Mittel, auch untergeschobene Briefe, gegenihn anwandten und ihn zuletzt förmlich perhorreszirten. Auf dieseWeise wurde Baronius, der sonst wegen seiner Gelehrsamkeit undseines untadelhaft frommen Lebenswandels viele Aussicht auf dieTiara gehabt hatte, beseitigt. Die Spanier stellten darauf denGenüssen Antonio Sauli als Kandidaten aus, indeß dieser wurdeaus Abneigung gegen sie von den anderen Kardinälen fallen ge-lassen, trotz seiner vielen sonstigen Verdienste. Lange konnte mannun zu keinem Entschlüsse kommen, da die beiden Hauptparteienim heiligen Kollegium, die des Kardinals Aldobrandini und diedes Kardinals Montalto, sich um den Sieg stritten. Endlichthat der Franzose Joyeuse einen kühnen und geschickten Griff,der seiner Kenntniß der Personen und Dinge und seiner diplo-matischen Gewandtheit große Ehre machte. Unter den Kardi-nälen, die Heinrich besonders für den heiligen Stuhl empfohlen,Philipp III. namentlich verworfen hatte, befand sich (wie erwähnt)auch Alessandro de'Medici oder — so pflegte man ihn zu nennen —der Kardinal von Florenz. Er hatte sich schon im Jahre 1596in seiner Eigenschaft als päpstlicher Legat in Frankreich dem KönigeHeinrich günstig gezeigt und seitdem war er demselben durch dieVermählung mit Maria noch näher getreten. Dabei war er beidengroßen Parteien im heiligen Kollegium gleich genehm, schon wegenseines hohen Alters — er zählte bereits siebzig Jahre — das baldeinen Nachfolger verhieß. Diesen also schlug Joyeuse den beidenFaktionen Aldobrandini und Montalto vor, und als keiner aus derenMitte sich gegen denselben erklärte, rief er ihn als Papst aus, setzteihn auf den Sessel und huldigte ihm als der erste. Zwar wider-sprachen die Spanier, ihr Protektor, der Kardinal d'Avila, rief: