Band 
Erster Theil.
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361
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Scheinfriede.

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so lange Elisabeth herrschte, war an dem gegenseitigen, man möchtesagen persönlichen Hasse zwischen ihr und den Spaniern der Friedeimmer wieder gescheitert. Dies wurde erst anders, als am 4. April1603 Elisabeth starb und ihr Jakob VI. von Schottland folgte.')Wir können hier die wetteifernden Bemühungen Spanien's, Frank-reichs und Holland's um die Gunst des neuen Königs nicht ver-folgen. Es muß dies um so mehr der Geschichte England's auf-bewahrt bleiben, als unter Jakob England bald aufhörte, den wich-tigen Einfluß auf die Geschicke des Kontinents zu üben, den es zurZeit Elisabeth's beständig gehabt hatte. Nur so viel wollen wirjetzt mittheilen, wie zur Charakterisirung des gegenseitigen Verhält-nisses zwischen Spanien und Frankreich unbedingt erforderlich ist.

Jakob I. war von Natur ungemein friedliebend. Weniger ausBarmherzigkeit und Mitleid mit seinen Nebenmenschen — man weiß,wie er im Gegentheil seine Freude daran hatte, der Tortur zuzu-schauen — als aus Aengstlichkeit und persönlicher Feigheit. Diesergelehrte König von England glich in vielem seinem unwissendenBruder von Spanien. Wie dieser trotz oder gerade wegen seinerübertriebenen Ansicht von königlicher Würde und Machtvollkommen-heit sich selber mißtraute, so auch Jakob. Wie Philipp III., soübergab Jakob I. seine Regierung Günstlingen, denen der Friedeaus egoistischen Gründen Vortheilhast dünkte, besonders indem erihnen die Taschen füllte. Welch' Gegensatz zu der scharfen, schnei-denden, weltklugen, selbstbewußten, königlichen Elisabeth, dieser schwache,jähzornige, ängstliche, pedantische, stotternde Jakob, allem ähnlicherals einem Könige!") Jakob hatte schon, ehe er den englischen Thron

>) Heinrich legte dem Tode Elisabeth's eine große Wichtigkeit bei. Eigent-lich hatte er noch länger an der deutschen Grenze verbleiben wollen (Frühjahr1603), um gegen das Haus Oesterreich zu arbeiten; aber bei dem Empfangeder Nachricht von dem Tode der englischen Königin kehrte er eiligst nach Pariszurück. Llereru^, List. äo I'r., III. 1253.

r) Bereits am 3. Juli 1603 schreibt Heinrich IV. an Rosny nach Eng-land : II laut gne js vorw cllso gus I'on m'a, äspeinb es ro^ xonr prinos siirrssoln, tiiuiäs «t clissimnlv sie.