der Biroivschen Verschwörung,
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seine Stellung bei dem Parlamente zu Gute, da er durch dieselbe zur genauenKenntniß der Verhandlungen des höchsten Gerichtshofes gelangte. Alle dieEigenschaften, die oben der Geschichtschreibung de Thou's beigelegt sind, findenwir auch für unsern Abschnitt bei ihm wieder. Abgesehen von einzelnen Notizenüber die gleichzeitigen inneren und äußeren politischen Ereignissen im 126. 127.und 128. Buche, haben wir in diesem letzteren die aktenmäßige Darstellung desgesummten Prozesses gegen Birou. Thou sagt selbst, er habe diese Schilderunggezogen aus den notis Ourius i?urisiensi8, Dironi intsrroAstionibus st notisprobutoriis. Dies bestätigt sich vollkommen. Alle Akten des gegen Biron selbstgeführten Prozesses nebst den Aussagen La Fin's und Renaze's sind benutzt.Dagegen fehlt jeder Auszug aus denjenigen Mittheilungen Lux', Hebert's undComblat's, die nach dem Tode Biron's gemacht worden sind. Es scheint, daßdiese Aussagen damals geheim gehalten worden sind, wahrscheinlich weil sie denKönig von Spanien direkt der Theilnahme an Biron's Unternehmen bezichtigten.Hin so erfreulicher ist es, daß wir auf Grund jenes pariser Manuskriptes dieseLücke in Thou's Darstellung ausfüllen können.
2. Pierre Victor Palma-Cayet hat in seinen beiden Werken, üllronoloAisnovsnuirs und OlrrouoloAis 8öptsimirs (eck. Lliolwuä st ?ouj. Serie 1.Bd. XII.) eine genaue und dabei im Ganzen sehr zuverlässige Geschichte seinerZeit, von 1589 bis 1604, hinterlassen. Ein kurzer Abriß seines Lebens wirduns den Mann kennen lehren. Er stammt aus der Touraine, wo er 1525geboren wurde. Von dein berühmten Raums zum Kalvinismus bekehrt-, wurdeer zum Pfarrer einer Ortschaft des heldenmüthigen Franz de la Noue ernannt.Alls dessen Empfehlung wurde er Unter - Präzeptor des jungen Heinrich vonNavarra, und wahrend er diesen erzog, studirte er selbst eifrig die griechischen undlateinischen Schriftsteller und eignete sich zugleich die orientalischen Sprachen an.Ueber diese Studien wurde ihm die Religion gleichgültig, und so trat er, alssein königlicher Zögling zum Katholizismus zurückkehrte, gleichfalls zu demselbenüber, ja er empfing sogar die Priesterweihe. Die Angriffe seiner bisherigenGlaubensgenossen ertrug er mit großer Gelassenheit. Er wurde zum Professorder orientalischen Sprachen am College royal ernannt, endlich auch zum Chrono-logen des Königs").
Als solcher verfaßte er seine beiden genannten Werke, von welchen das diespätere Zeit behandelnde, also die OlrronolvAie septönuirs, zuerst herauskam.Cayet stand als Erzieher und offizieller Chronologe dein Könige nahe; nichtallein kannte er seinen Zögling genau, er erhielt auch von ihm die nöthigenMaterialien zu seiner Geschichte. Cayet war also von vorn herein gut unter-richtet. Nun ist er freilich dem Könige sehr ergeben, stellt alles zu dessen Vortheildar und tadelt ihn niemals; doch ist er auch im Lobe desselben sehr mäßig.Sonst ist er vollends ganz unparteiisch. Die „Apatheia", die er selbst in derWidmung zu den ersten Erfordernissen des Geschichtschreibers rechnet, verläßtihn nie. Kühl, fast gleichgültig, aber gewandt und anziehend, schildert er unsin gleicher Weise die Vorgänge in Frankreich und Spanien, in Deutschland und
') Er starb am 10. März 1610, zwei Monate vor Heinrich IV.