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Quellen zur Geschichte
Politik in Italien. In Betreff der Verschwörung selbst ist nur selten eine Notizvon Wichtigkeit: so die Nachricht über La Fin's Aufenthalt und Unterredungenin Mailand vom 19. Jan. 1602 sowie über die ferneren Versuche Fresnes' zuentdecken, was La Fin in Mailand getrieben.
5. Wichtiger, als die beiden letzten Sammlungen, ist der 1. Band von8ir Uulptr Vlinrvooci's Memorials ok atkairs ob skate (London 1725). Esinteressiren uns hier besonders die Depeschen Winwood's an den englischenStaatssekretär, Sir Robert Cecil, v. 13. Febr., 25. Mai, 14. u. 24. Juni 1602.Dieselben geben einige sonst nicht bekannte Notizen über die Verschwörung, be-sonders in Betreff der Ausdehnung derselben im Süden Frankreichs und derersten Enthüllungen Combelle's. Dabei sind diese Notizen glaubwürdig, da dieBerichte Winwood's aus Wahrheitsliebe und im ganzen zugleich auf Kenntnißder Fakten beruhen und selbst die Jnedita meistens sehr wohl zu den übrigenUmständen passen. (Die ausführliche Angabe Winwood's über den ersten Ent-decker der Verschwörung, Combelle, wird durch einige Worte Matthieu's sll 107 bjvöllig bestätigt.) Nur eine Erzählung Winwood's (x. 385) möchte ich bezweifeln.Er berichtet nämlich am 13. Febr. 1602: Der Herzog von Epernon wollte kürzlichLa Rochelle mit Hülfe eines Einverständnisses in dieser Festung überraschen;indeß der König wurde hiervon unterrichtet und ließ mehrere Einwohner derStadt gefangen nehmen, besonders den angesehenen Bürger Jsaac Paris. Daes erstens sehr unwahrscheinlich ist, daß Epernon gerade die protestantischeHauptfestung La Rochelle anzugreifen beabsichtigt haben sollte, und da uns zweitensvon glaubwürdiger Seite mehrfach bezeugt wird, daß Epernon sich schon in derMitte des Jahres 1601 von der Verschwörung zurückgezogen hatte (S. 204.221), ja nie sehr innig mit derselben verknüpft gewesen war: so möchte ich dieseAngabe des englischen Gesandten in Paris einstweilen für irrthümlich halten.
6. Aus den Briefen von und an du Plessis - Mornay sMemoirss cis Duklessis äsxnis 1600, Amst. 1652) ist für uns nur besonders wichtig ein Schreibendes Königs an denselben vorn 7. Juli 1602 <1 29), in welchem jener feine festeAbsicht ausfpricht, Biron exemplarisch zu bestrafen, zum Besten des Staates undder königlichen Familie. Bedeutender würd diese Sammlung für die Geschichteder Verschwörung Bouillon'S.
III. Gedruckte Berichte.
Die Mannichfaltigkcit ist hier ungemein groß, doch glaube ich die irgendwiewichtigen Darstellungen benutzt zu haben. Ich führe ausschließlich die Schilde-rungen von Zeitgenossen an, nicht von späteren Schriftstellern, die nur auf jenenfußten und dabei nicht einmal eine so ausgebreitete Kenntniß des Materialsbesitzen konnten, wie wir sie jetzt haben.
1. Die vorzüglichste Quelle für die gesammte Geschichte Heinrich'» IV. ist— nach den Dokumenten — immer Jakob August de Thon. Es wäre über-flüssig, hier auf die Vorzüge von Thou's großem Geschichtswerk aufmerksam zumachen. Seine Unparteilichkeit, seine Wahrheitsliebe, sein Bestreben die Dar-stellung auf authentische Aktenstücke zu begründen, die Vorzüglichkeit der Mate-rialien, die ihm zu Gebote stehen: alles dies ist schon von seinen Zeitgenossenfreudig anerkannt worden und wird es noch jetzt allgemein. Besonders kam ihm