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schlagende Beispiele angeführt. Indeß, es läßt sich nicht leugnen,daß, hiervon abgesehen — und wo wäre es damals in Europaanders gewesen? — die Justiz mit großer Unparteilichkeit gehand-habt wurde. Auch die höchsten Beamten des Staates, die vor-nehmsten Granden waren ihr unterworfen. Jede Beleidigung,ja jeder Ungehorsam gegen einen Polizeibeamten wurde an demGroßen ebenso streng bestraft, wie an dem Geringen. Die Hof-tagebücher des Cabrera sind voll von solchen Geschichten. Es bil-dete diese Seite der spanischen Verwaltung einen erfreulichenGegensatz zur Gerechtigkeitspflege und Polizeieinrichtung in Frank-reich, wo der Vornehme mit ganz andern: Maße gemessen wurde,als der Bürger und Bauer.
Aber außerhalb dieses ganzen Systemes stand das furchtbareGericht der Inquisition, auf der ganzen Bevölkerung mit dembleiernen Gewichte dumpfen Entsetzens, unbestimmter Furcht lastend.Es war, zumal seit der Konstitution von 1561, dem Könige gänz-lich unterworfen. An seiner Spitze stand der „Rath der heil. In-quisition", dessen Präsident — der Generalinquisitor — und fünfBeisitzer (Apostolische Inquisitoren) vom Könige ernannt, vornPapste nur bestätigt wurden. Zur Belohnung des fanatischen Eifersder Dominikaner und ihres Verdienstes um die "Einrichtung derInquisition in Spanien bestimmte Philipp III. am 16. Dez. 1618,daß eines der Mitglieder des höchsten Rathes der Inquisition stetsdiesem Orden angehören müsse.')
Wir haben schon gesehen, daß Lerma seine Verwandten undKreaturen in die Stelle des Generalinquisitors zu bringen wußte.Doch kommen unter Philipp III. eigentlich politische Prozesse beider Inquisition nicht vor; sonst war sie unter ihm so mächtig, wienur jemals zuvor. Jedes Jnquisitionsgericht veranstaltete jährlichwenigstens ein Auto de Fe, bei dem eine mehr oder minder großeAnzahl von Unglücklichen sigurirte. Eines der bedeutendsten und
') Davits, (li-anäeras äs Uaäriä, x. 440 L