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Erstes Kapitel.
es in den Ländern der Krone Kastilien allein 128 Millionendieser Münze, die einen Zwangskurs hatten und damit die ver-derbliche Herrschaft der Agiotage im höchsten Grade über Spanienbrachten. Silber und Gold verschwanden natürlicher Weise aus demVerkehre, theils von den einheimischen Besitzern zurückgehalten, zumgroßen Theile aber auch in das Ausland abgeführt. Man suchtedem abzuhelfen, indem man den Plan faßte, das alte Kupfergeldwieder auf seinen natürlichen Werth zurückzubringen und ein wohl-feileres Metall, Pas Spanien eigenthümlich wäre und den Fremdenkeine Gelegenheit zum Mißbrauche gäbe, zu Münzen zu verwenden:aber man vermochte dergleichen nicht zu finden.')
Gegen Schluß des Jahres 1607, als der König sich am Endealler seiner Hilfsmittel sah, faßte der königliche Finanzrath inseiner Bedrängniß einen energischen Entschluß. Man befragtedie Theologen, ob ein Zinsfuß von sechszehn Prozent zu billigensei? und als sie dies nach Erwarten verneinten, beschlossen dieRäthe, das sechszehnprozentige Anlehen der Genuesen, für welches— wie oben erwähnt — die drei Millionen der amerikanischenEinkünfte auf zwölf Jahre verpfändet waren, auf ein fünfprozen-tiges zu reduziren. Zur Zinszahlung und zur Tilgung bestimmteman von nun an nur eine Million jährlich, wobei freilich auchdie Tilgungsfrist willkürlich auf neunzehn Jahre verlängert wurde.Zwar machte man sich dadurch der einseitigen Abänderung einesVertrages d. h. des Vertragsbruches schuldig: aber man glaubtedurch die übermäßige Habsucht der Genuesen, sowie durch die un-erträgliche Noth des Staates hierbei entschuldigt zu werden. In-deß man ging noch weiter. Die übrigen Einnahmen des Königswaren für siebenprozentige Anlehen verpfändet. Auch diese re-duzirte man auf einen Zinsfuß von fünf Prozent, und aus denübrig bleibenden zwei Prozent bezahlte man die Million Zinsen
') Oadrsra, 2. Okt. 1601 (p. 227). — Oavils, Viäs. ^ Iiectws, II.,XIV. x. 88 k — 6I>. IVeiss, I/LsMgus, II., 175 I.