Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Spaniens innere Zustände.

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das in einem Friedensjahre, wo überall Ruhe herrschte. Wiesollte man außerordentlichen Ereignissen, außerordentlichen Ansprüchenan die Reichsfinanzen begegnen?

Nach den ersten elf Jahren des Lerma'schen Regimentes waralso die finanzielle Lage Spaniens folgende. Die Steuerkraft derHauptländer Spaniens war nicht nur im höchst möglichen Gradesondern selbst so übermäßig angespannt, daß sich eine von Jahr^zu Jähr zunehmende Erschlaffung und Verminderung der Steuer-fähigkeit bemerkbar machte. Die Einkünfte des Reiches warenauf lange Jahre hinaus zu mehr als vier Fünftheilen an seineGläubiger verpfändet. Dabei mitten im Frieden ein Defizit, dasman nur durch Verpfändung der letzten noch disponiblen Einnahme-quellen zu decken hoffen durfte. Und selbst diese beruhten auf zumTheil so zweifelhaften Voraussetzungen — wie z. B. der glück-lichen Ankunft der Silberflotten — daß der geringste Zufall ganzunheilbare Verlegenbeiten herbeiführen mußte. Gewiß ist Lermanicht der einzige Schuldige an diesem Zustande der spanischen Fi-nanzen; hat er ihn ja zum großen Theile überkommen! Aber erhat demselben nicht allein nicht abgeholfen, sondern ihn noch ver-schlimmert und ganz unheilbar gemacht. Was — ganz abgesehenvon fehlerhafter äußerer Politik und entsetzlicher Unordnung in derLeitung der Finanzen — seine Schuld erweist, ist, daß er undseine Freunde bei immer wachsendem Elende des Staatsschatzesselbst ungeheure Reichthümer ansammelten.') —

Welchen unseligen Einfluß diese üble Finanzlage und zumaldie Höhe und sinnlose Vertheilung der Steuern auf den Wohl-stand der Bevölkerung ausübte, ist leicht abzusehen. Die Klagenüber das Elend des Volkes erfüllen die Blätter selbst der loyalstenSchriftsteller des damaligen Spaniens. Zumal die Alcavala wurdeals eine unerträgliche Last empfunden. „Da diese", sagt ein spa-

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