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Erstes Kapitel.
Ein solches Verhältniß mußte auf die Länge die spanischeNation gänzlich ruiniren. Was halfen die neun bis zehn MillionenDukaten, die jährlich aus Amerika nach Spanien strömten, wenndie Handelsbilanz so über die Maßen ungünstig für dasselbe aus-fiel? Zumal das Land noch ferner jährlich viele Millionen anseine Gläubiger bezahlen mußte, Summen, die, natürlich wiederaußer Landes verzehrt, seinem Umsätze aus immer entzogen unddoch von ihm aufgebracht werden mußten! Kein Wunder, daßbei solchen Verhältnissen die Fluth des amerikanischen GoldesSpanien nur überschwemmte, um sofort wieder in die benachbartenLänder abzufließen. Im Jahre l606 kamen mit den oft- undwestindischen Flotten mehr als zehn Millionen Dukaten an Goldund Silber in die Stadt Sevilla; und wenige Wochen nachherwar dort ein ebenso großer Mangel an Geld, als vor der Ankunftder Schiffe!') Im Jahre 1608 schätzte man den ganzen BesitzSpaniens an Edelmetallen aus 60 Millionen Dukaten — odernach heutigem Geldwerthe nicht ganz 400 Millionen Thaler?)Es ist dies wohl etwas zu gering; im Jahre l619 glaubte man200 Mill. Pesos oder — nach relativem Werthe — etwa 800Mill. Thaler theils in Münzen, theils in ungeprägtem Edelmetallzu besitzen?) Personen, welche Geld ausliehen, konnten sofort dendritten Theil der gegebenen Summe als Prämie und als Zinsvorweg zurücknehmen: so schwer war das Geld in Spanien zubekommen?)
Die Einbuße Spaniens in den internationalen Handel wurdenoch durch den Umstand erhöht, daß meistentheils nicht spanische
enän, Ks8tnurneion xolitien äs p. 2b L); indeß konnte seit 1609
eine große Veränderung in diesen Dingen nicht vor sich gegangen sein, undstützt sich auch Moncada ausdrücklich auf die Erfahrungen mehrerer Jahre.
0 Ondrern, 23. Dez. 1606, x. 295.
0 Helnr. äi Ornnc, krinli p. 351.
2) Nonenän, äise. III. onp. I. ,
's Oninponnnes, Läusneion popnlnr (Madrid 1775) I. p. 417.