Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Spaniens innere Zustande.

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gewonnene Oel in alle Provinzen verführt wurde, erhielt man inden Jahren 1590—1610 beständig so geringe Ernten, daß manin Valencia Oel aus Mallorca importiren mußte?) — Immerausdörrender verbreitete sich in Folge der unvernünftigen Rodungendie Trockenheit über die Halbinsel!

Der spanische Staat, der so unerschwingliche Forderungen andie finanziellen Kräfte seiner Angehörigen stellte, war überall un-fähig, seinen Verpflichtungen gegen dieselben nachzukommen. Durchdie Pyrenäen von dem übrigen Europa getrennt; im Innern vonmächtigen Bergketten durchzogen und schon durch die Schwächeder über ein großes Gebiet zerstreuten Bevölkerung in Bezug ausden Verkehr benachtheiligt, hätte Spanien um so mehr für dieHerstellung guter Straßen sorgen müssen. Da die großen Städteweit von einander und vorn Centrum entfernt lagen, war eineallseitige und gute Verbindung um so nothwendiger. Santiago,Barcelona, Valencia, Granada, Cadiz, Cartagena, Sevilla, Lissabon,Oporto sind sämmtlich von Madrid und von einander erst durchweite Reisen zu erreichen. Aber die spanische Sorglosigkeit undBeschränktheit ließ es zu, daß die Wege nicht nur in der kläg-lichsten Beschaffenheit, sondern überhaupt sehr selten waren. DieBrücken, die aus der maurischen Zeit noch vorhanden waren, ver-fielen, und den Reisenden war es meistens überlassen, sich eineFurth durch die Flüsse zu suchen, wo sie eine solche finden würden.Dämme und Schleusen, um den Ueberschwemmungen der Winter-wasser vorzubeugen, waren so gut wie unbekannt, fahrbare Straßendurch die Gebirge wurden fast in ganz Spanien vergeblich gesucht.Die Gastwirthe mußten den Feudalherren große Abgaben zahlenund waren deshalb darauf angewiesen, von den Reisenden mög-lichst hohe Bezahlung herauszupressen.

Nur so konnte es geschehen, daß, wie wir oben (S. 87) ge-sehen haben, die Fanega Weizen in Andalusien dreimal so theuer

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