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Erstes Kapitel.
der Grammatik d. h, der schönen Wissenschaften eingerichtet. Esüberstieg diese Zahl bei weitem den Bedarf des Landes und Volkesan dergleichen Leuten. Die großen Vortheile, welche der trägeGenuß der Stipendien gewährte, veranlaßte viele znm ewigenStudium, wie denn solche bemosten Häupter von Salamanca oderSiguenza — hier hatte der ehrliche Pfarrer des Don Quixotestudirt — eine große Rolle in den zeitgenössischen Romanen undNovellen spielen.
Neben den Universitäten ist die übergroße Zahl von Beamtenzu nennen. Der König allein hatte 70,000 Stellen zu besehen! >)
So war der Ackerbau von allen Seiten benachtheiligt undeingeengt. Der Stand der Bauern war verachtet; der größteTheil der Staatslasten war ihm auferlegt; die Gemeindegüterwaren so gut wie zu einer fast beständigen Brache verurtheilt;die zahllosen Schafheerden durften die Aecker ungestraft verheeren;die Preisrcgulirung der Feldfrüchte beraubte den Landmann seinesgerechten Verdienstes; polizeiliche Bevormundung schränkte ihn aufjedem Schritte ein; das Fett des Landes floß trägen Majorats-herren oder Mönchen zu, und eben hierdurch stieg der Preis derGrundstücke über alle Maßen; häufige Feiertage sanktionirtengleichsam die Faulheit und vertheuerten die Handarbeit; Studenten,Beamte und die unzähligen Diener der Adligen vermehrten dieMenge der Müßiggänger: wie hätte unter solchen Umständen diespanische Agrikultur nicht verfallen sollen!
In Folge dessen waren Theuerung und verheerende Hungers-noth etwas überaus Häufiges. Im Jahre 1608 war das Elendin der Provinz Galizien so groß, daß zwei Monate vor der neuenErnte bereits 1500 Menschen nur in dem Gebiete 'der StadtSantiago vor Hunger gestorben waren! — In Valencia gab esdie herrlichsten Olivenpflanzungen; aber während früher das daraus
') Unvurroto, äisv. 46; <1isc. 25.Oudrors, 7. Juni 1608 340).