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Zweites Kapitel.
deren aber auch geheime, welche bei den Ministern viel galten undsich ihrer Sache warm annahmen: aber das waren sicher nichtblas, wie die Feinde der Menisken meinten, bezahlte Helser oderegoistische Freunde, sondern einsichtige und menschlich fühlendeLeute, deren doch die spanische Nation nicht ganz entbehrt habenkann. In Rom unterhielten sie gleichfalls einen offiziellen Pro-tektor, den päpstlichen Referendar Msgr. Quesada. Eine großeMenge Doktoren der Theologie, durch das gute Geld der Moriskenangelockt, erboten sich, deren Sache in Rom oder wo es sonst sei,zu verfechten.') Das war aber bei dem heiligen Stuhle kaumnöthig: wie die Päpste sich der Einführung der Inquisition inSpanien widersetzt hatten, so schlugen sie auch den Moriskengegenüber den mildern Weg ein, indem sie sich der Meinung —allerdings einer Täuschung! — Hingaben, als ob die Moriskenmehr aus Unwissenheit als aus Verstocktheit gegen die Vorschriftendes Christenthums frevelten. Im Jahre 1599 erließ der überhauptgütige und versöhnliche Klemens VIII. ein Gnadenedikt für diespanischen Mauren, in welchem ihnen abermals eine Frist voneinem Jahre — sie wurde nachher auf achtzehn Monate aus-gedehnt — zu ihrer endlichen Bekehrung gesetzt wurde. ElfMissionäre wurden beauftragt, den Morisken zu predigen und siebei Gelegenheit des herannahenden hundertjährigen Jubiläums zurBesserung zu ermähnen. Neben den freundlichen und belehrendenWorten sollten die Prediger aber auch die Drohungen nicht sparen.Wenn sie sich dieses Mal nicht bekehrten, so würde die weltlicheGewalt Mittel zur Besiegung ihrer Hartnäckigkeit suchen. DieMissionäre gaben sich in der That die größte Mühe, nicht nur inWorten, auch durch Thätlichkeiten. Wer für einen Fakir d. h.heimlichen islamitischen Priester gehalten wurde, den ließen sieins Gefängniß werfen und katechisirten ihn gründlich, um ihn derInquisition überweisen zu können. Nichts half. Keinen einzigen
q lileän, Oorüiiien äs los Noros äs (Valencia 1618) p. 883 ff.