Band 
Zweiter Theil.
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Die Vertreibung der MoriskoS.

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richteten. Das ganze Unheil, erklärten die Edelleute mit über-raschender Einsicht, komme von dem unchristlichen Unter-schiede, den man zwischen alten und neuen Christenm a ch e.

Diese Gründe bestärkten den ohnehin nicht grausamen Königund Lerma, sich der mildern Behandlung der Morisken zuzuneigen.Ribera erhielt auf sein zweites Memorandum gar keine Antwort,obwohl er mehrere Male erneute Kopien desselben dem Königezuschickte. Die Anhänger der Austreibung konnten trotz aller ihrerBemühungen bei Philipp III. keine Audienz erlangen.

Unglücklicher Weise erhielten damals die Feinde der Moriskendie wirksamsten Bundesgenossen in diesen selbst. Die Bedrückungen,unter denen sie beständig lebten, die Furcht, infolge der Auf-reizungen der klerikalen Partei noch übler behandelt zu werden,der natürliche Wunsch, wieder nach dem Triebe ihres Herzens undihrer tiefinnersten Ueberzeugung leben zu können: verleiteten siezu den landeöverrätherischen Unterhandlungen mit den Türken undbesonders mit Heinrich IV., deren wir bereits gedachten.') ImFrühjahr 1005 wurde die Verschwörung der valencianer Maurenentdeckt, die ja nichts minderes im Auge hatte, als sich mit fran-zösischer Hülfe der Hauptstadt und der Provinz Valencia zu be-mächtigen. Einer der Angeber, der bekehrte Maure Ribera, wußtemehr als 4000 Morisken als Theilnehmer des Planes namhaftzu machen.

Die Entdeckung dieser Verschwörung ist die Veranlassung zurAusrottung der Moriskos aus Spanien geworden. Als der Erz-bischof von Valencia diese Gelegenheit benutzte, um dem Königeeine neue Brandschrift zu überreichen, fand er sich nicht mehrunter den einflußreichen Persönlichkeiten des Reiches allein, sondernerhielt von Seiten einiger der angesehensten Beistand. Don Ber-nardo Sandoval, der Oheim Lerma's, Kardinal-Erzbischof von

>) Bd. I. S. 287 ff.