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Zweites Kapitel.
Toledo und später — seit 1608 — Großinquisitor, ermähnte dieRegierung, nach den letzten Erfahrungen müsse sie die Moriskosentweder sofort ausnahmslos vertreiben oder sie gar bis auf denletzten Mann ausrotten, ohne die Frauen und' Kinder zu schonen.Wie der Oheim des allmächtigen Ministers, so schloß auch dessenBruder, der Marques von Villamizar, sich lebhaft der klerikalenPartei an.') So näherte diese sich auch dem Herzoge von Lermaselbst, welchen die Verbindung zwischen den Morisken und Frank-reich doch allmählich bedenklich zu stimmen begann.
Da die beiden mächtigsten Prälaten Spaniens sich zu derVernichtung der Moriskos vereinigten, so glaubten sie mit leichterMühe den Papst zur Billigung ihres Vorhabens bewegen zukönnen, zumal auf dem Stuhle Petri der milde Klemens VIII.dem eifrigern und zelotischern Paul V. Platz gemacht hatte. Abersie täuschten sich. Der Papst mochte sich von der allgemeinenSchuld der Morisken nicht überzeugen und sah das ganze Be-treiben des Erzbischofes von Valencia als ein mehr aus politischenals religiösen Beweggründen hervorgehendes an. Wie waren diebeiden Prälaten überrascht, als sie (1606) eine Breve des Papsteserhielten, in welchem ihnen die eifrige Bekehrung der Moriskoszur Pflicht gemacht wurde. Als ob es ihnen darum zu thun ge-wesen wäre! Der Papst schrieb über die Sache an den König;dieser mußte sich wohl oder übel der Meinung jenes anschließen.Im Mai 1606 schrieben beide an den Erzbischof von Valencia:die Predigten unter den Moriskos sollten von neuem beginnen,Pfarreien und Seminarien für dieselben gegründet werden; zurBerathung über die besten Mittel zu diesen Zwecken solle derErzbischof seine drei Suffraganbischöfe und den Bischof vonTortosa um sich versammeln.
So war noch einmal Juan de Ribera's Fanatismus unter-lege», und zwar jetzt ganz unerwarteter Weise. Der Erzbischof
') LlcäL x. 970.