Band 
Zweiter Theil.
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Zweites Kapitel.

königs, des Erzbischofs und Don Agustin Mexia's, so heimlich sieauch abgehalten wurden, den scharfen Augen der Valencianer nichtlange verborgen bleiben. Dazu kamen die Nachrichten von derAnsammlung der Flotte bei dem nahen Mallorca. Die aufgewecktenValencianer ahnten sofort, daß diese geheimnißvolien Vorbereitungender Austreibung der Moriskos gälten. Mit witziger Anspielung auf denVornamen des Erzbischofs und den Familiennamen des General-obersten hieß es bald: Ilnv .tuan v Noxia, uvrä rectempcion, „Jo-hannes und Messias sind da, da wird es Erlösung geben." Die An-stalten des augenscheinlich um seine Person sehr besorgten Erzbischofs,der zahlreiche Lebensmittel in sein Haus einnahm und Soldatendort einquartirte, als fürchte er eine Belagerung, machten den Zweifelzur Gewißheit. Auch die Morisken konnten sich das ihnen dro-hende Schicksal nicht länger verbergen; sie hörten aus, den Marktvon Valencia zu besuchen, der dadurch plötzlich in großen Mangelgerieth. Aus den Bergen der wilden Sierra de Espadan, vondem Moriskenaufruhr des Jahres 1571 noch in schauerlichem An-gedenken, glaubte man nächtliche Feuerzeichen zu sehen, als ob dieMorisken sich abermals zum Widerstände rüsteten.

Der Adel von Valencia, der sich immer der Morisken an-genommen hatte, weil er mit ihrer Vertreibung den größten Theilseiner Einkünfte verlieren mußte, gerieth jetzt begreiflicher Weisein große Aufregung. Es versammelte sich also der „militärischeArm" der Stände, 90 Mitglieder stark,') was ihm nach der Ver-fassung erlaubt war; und da er von dem Vizekönig keinen ge-nügenden Aufschluß erhalten konnte, beschloß er, eine Gesandt-schaft direkt an den König zu senden, um Vorstellungen zuGunsten der Morisken zu thun. Aber ein Mitglied, der Grafvon Tindel, und sein Sohn widersprachen, und da dieselben trotzder Drohungen und Schmähungen, mit denen man sie überhäufte,auf ihrer Ansicht beharrten, nach der Verfassung aber zu den Be-

') ?orreüo p. 287.