Band 
Zweiter Theil.
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Zweites Kapitel.

wachsenen blieben nur einige Hunderte Zersprengter zurück, dienach den letzten Rebellionen sich nicht hatte ergeben wellen. Unterihnen war Turigi, der „König" der Küstenmorisken. Er wardfür Geld von den Deinigen verrathen, gefangen, nach Valenciagebracht, wo eine ungeheure Menschenmenge ihn wie ein wildesThier begaffte, und dann hingerichtet. Etwa 300 Menisken triebensich als Räuber in den Gebirgsgegenden umher und rächten sichdurch Ermordung einzelner Christen an der verhaßten Rasse.')Außerdem waren einige Tausende von ihren Eltern verlasseneroder aus Hunger verkaufter kleiner Kinder zurückgeblieben, welcheeifrig in der christlichen Religion unterrichtet wurden.

Das Königreich Valencia war von den Ungläubigen „ge-reinigt". Eine fleißige Bevölkerung von fast 20«),000 Seelenwar vertrieben, vernichtet worden. 204,000 Dukaten hatte demKönige die Vertreibung der valencianer Menisken gekostet; aberwie viel schwerer wiegen die 100,000 Menschenleben, welche derOrdre vom 4. August 1609 zum Opfer gefallen sind!

Unter dem blinden Volke Valencia's war hohe Freude, alsdie Nachrichten von den über die Wehrlosen davongetragenenSiegen anlangte, und als die Einschiffung stätigen Fortgangnahm. Zumal die klerikale Partei war glücklich ihr Ziel erreichtzu haben. Der Patriarch ließ Prozessionen und Dankfeierlichkeitendurch die ganze Provinz veranstalten. In deren Hauptstadt selbstwurde eine Marmortafel aufgestellt, deren goldene Inschrift diesoeben vollbrachte Großthat den späten Geschlechtern verkündensollte. Jetzt wollte der Patriarch selbst die kleinen unschuldigenKinder, welchen ihre Eltern abhanden gekommen waren, verbannthaben und so einem sichern Tode preisgeben. Inzwischen suchtendie Barone und Magistrate der Provinz sich durch Vertheilungder ihnen zugefallenen Ländereien der Vertriebenen für ihre Ver-luste schadlos zu halten. Aber diese einst so blühenden Fluren

') Oabrera 391.

lauer, Oonäicion social 88.