Band 
Zweiter Theil.
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Durchzug durch die Languedoc untersagt. Der Marquis von LaForce, der Gouverneur von Bearn, hatte in Folge dieser Weisungendie Grenzen mit Truppen besetzt und diesen bei Todesstrafe auf-getragen, keinen Menisken nach Frankreich hineinzulassen.

Indessen konnten die Menisken den unter so vielen Be-schwerden zurückgelegten Weg nicht noch einmal machen; sie er-boten sich, einen Goldthaler für jede Person — etwa sieben Thalernach heutigem Geldwerthe — zu entrichten, wenn man sie durch-ziehen lassen wollte. Der Vizekönig von Aragon sandte den DonPedro Coloma an La Force mit der Bitte, die Unglücklichenpassiren zu lassen, deren Untergang sonst gewiß sei. Aber LaForce wies ihn mit dem Bescheide zurück: er dürfe nur auf dieBefehle der Regentin Rücksicht nehmen. Darauf berichtete derHerzog von Medina, welcher einen Theil der Galeeren befehligte,über den elenden Zustand der Unglücklichen nach Madrid. Aberda war kein Erbarmen zu finden. Alan wies den wackern undmenschlich fühlenden Admiral an, keine Schonung walten zulassen; es müsse zum Besten des Staates und der Religion derGute unter den Morisken mit dem Bösen leiden.

Von beiden Seiten zurückgewiesen, geriethen die Moriskenin die traurigste Lage: sie waren zwischen unerbittlichen Gegnerneingeklemmt in die rauhen und öden Pyrenäenschluchtcn. Dazuhatten die Spanier sie fast ihrer ganzen Baarschast beraubt undlieferten ihnen jetzt Lebensmittel nur zu unerschwinglichen Preisen.Das Elend wurde unerträglich. 6—7000 Morisken erklärten,sich lieber mit Gefahr ihres Lebens einen Durchgang durch dieGebirge erschleichen oder erzwingen zu wollen, als sich länger denQuälereien ihrer Peiniger und dem sichern Hungertode auszusetzen.

La Force hatte über diese Verhältnisse mitleidig an den Hofgeschrieben, und so eifrig kirchlich und spanisch Marie von Mediciauch sonst war, zu dein kalt grausamen Fanatismus eines Riberaoder Lerma vermochte sie sich nicht aufzuschwingen. Sie erlaubtedeshalb für den Nothfall, die Morisken unter allen möglichen