Die Vertreibung der Mcriskos.
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reget am ungerechtesten, da sie durch Sprache, Sitte und Glaubenschon fast gänzlich mit den „alten Christen" verschmolzen waren
— noch wenige Generationen, und man würde hier beide Stämmenicht mehr haben von einander unterscheiden können. Aber diePriester machten sich kein Gewissen daraus, auch diese größtenteilsbereits der Kirche fest gewonnenen Seelen dem Grundsätze dervölligen und sofortigen Glaubenseinheit zum Opfer zu bringen.Don Bernardino de Velasco y Aragon Graf von Salazar, einroher und dabei käuflicher Mensch, wurde zum Exekutor des könig-lichen Willens in jenen Provinzen ernannt.
Aber noch waren die andalusischen Morisken nicht fortgeschafft,die katalonischen und aragonischen nahmen grade eine etwas trotzigeHaltung an: so beschloß die Regierung, gegen die Morisken Ka-stiliens einstweilen milde Saiten aufzuziehen und sie zum frei-willigen Verlassen des Landes zu bewegen. Am 2. Januar 1610')wurde in Alt- und Nenkastilien sowie in Estremadura ein könig-licher Befehl veröffentlicht, nach welchen: alle Morisken dieser Pro-vinzen binnen einer bestimmten — später mehrmals ausgedehnten
— Frist Spanien verlassen könnten mit ihrer gesammten fahrendenHabe, aber diese nicht in Gestalt von Geld oder Edelmetallen,sondern nur von Waaren. >6,713 Morisken jeden Alters undGeschlechtes benutzten diese Erlaubniß, um ihren Weg überFrankreich zn nehmen. Es stellte sich indeß bald .heraus,daß der königliche Befehl wegen - der Verwandlung der fahren-den Habe der Morisken in Waaren durchaus unpraktisch sei:denn einmal wurden viel Geld und Kostbarkeiten von den Mo-risken heimlich ausgeführt, obwohl man zum abschreckenden Beispielalle Uebertreter, die man entdeckte, in Burgos an den Galgenheftete — an einem Tage einmal 32 H) andrerseits drohte, in
0 Llecls., Ooroliieit: am 18. Zanuar; indes; da der betreffende BerichtCabrcra's, welcher den 2. Zanuar angiebt (p. 893), schon den 16. Zanuargeschrieben ist, muß die Behauptung Bleda's unrichtig sein.
-) V-rtson, 111. 174.