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Trittes Kapitel.
Heinrich IV., von Natur wenig zum Despotismus geneigt, er-kannte doch unter dem selbstsüchtigen Ringen der Parteien, denendarob der Patriotismus fast gänzlich abhanden gekommen war,als einzige Rettung für den Staat ein starkes akleingebietendeüKönigthum. Und so viel Schonung er auch den einzelnen Per-sonen gegenüber bewies, die einzige Geltung der Staats-, undwas im Augenblick damit identisch war, der königlichen Gewaltbeschloß er um jeden Preis durchzuführen. Merkwürdig ist esimmerhin, daß der Herd der religiösen wie der aristokratischenOpposition der Süden Frankreichs war, als ob man sich dort nochimmer, nach Verlauf von fast vier Jahrhunderten, nicht an dieBeherrschung, von dem so verschieden gearteten Norden aus ge-wöhnen könnte.
Den gelegentlichen Widerstand der Parlamente beseitigteHeinrich leicht. Die berechtigten Forderungen der Reformirten er-kannte er an; in ihrem Streben nach selbständiger Bedeutungräumte er ihnen nur ein, wozu er sich durch die momentane Lagegezwungen gesehen hatte, hielt dies zwar auch fernerhin getreulich,setzte aber allen weitergehenden Bemühungen zähen Widerstandentgegen. Gegen die Opposition der Großen, mit welcher er bis1598 hatte paktiren müssen, ging er, wo sie sich zeigte, schonungs-los vor. Noch einmal hatten sich aristokratische, religiöse undzum Theil populäre Elemente unter Biron gegen ihn vereinigt:aber mit Geschicklichkeit und großer Thatkraft hatte er den dro-henden Aufstand erstickt, ehe derselbe noch zum Ausbruch ge-kommen war.
Der entschiedene Fortschritt, den Heinrich durch diese letzteBethätigung der königlichen Gewalt gemacht, hatte sich vor allemin der Eilfertigkeit erwiesen, mit welcher die Genossen von Biron sVerschwörung dessen Sache verlassen und sich dem Monarchen zuFüßen geworfen hatten. Nur Einer hatte sich zurückgehalten, seineAussöhnung mit dem Könige zu suchen: der Herzog von Bouillon.Er, der Souverän eines kleinen Gebietes, konnte es nicht über