188
Drittes Kapitel.
nähern, sondern blieb in einer Provinz, unter deren großentheilsreformirten Bewohnern er viele Freunde zählte, und von der auser mit Leichtigkeit nach dem Auslande entfliehen konnte.
Dem Könige aber war hiermit nicht gedient. Er war ent-schlossen, jeden Keim der Verschwörung in seinem Lande aus-zurotten, und so konnte er nicht dulden, daß einer der am meistenKompromittirten entkäme, ohne Züchtigung erhalten oder doch vorihm sich gedemüthigt zu haben. Es sollte aller Welt klar werden,daß man nicht ungestraft ihm trotzen könne, und daß selbst da,wo er Verzeihung eintreten lasse, dies nicht aus Ohnmacht, son-dern aus seiner Gnade und seinem Belieben heraus geschehe.Trotzdem hielt Heinrich sich einige Monate ruhig, bis die Aus-sagen Joinville's, Montpensier's und Auvergne's, Lnx' und Hebert'sdie volle Größe von Bonillon's Schuld erwiesen hatten. Zoinville,dem bekanntlich der König verziehen hatte, obwohl er seit demJabre 1600 in innigem Verkehr mit Spanien gestanden, erklärteoffen, er selbst habe von dieser Macht. 12,000 Erus mit der Hoff-nung auf weitere 48,000 erhalten, um mit dem Herzoge v. Bouillon,der gleichfalls spanisches Gold empfangen habe, gemeinschaftlichTrnppenaushebnngen gegen Heinrich zu veranstalten. Es hießdann sogar, Bouillon habe auch nach der Hinrichtung Biron s dieVerhandlungen mit Spanien fortgesetzt.') Wenn auch diese letztereAnklage, die dock immerbin Besorgnis; einflößen mußte, neck un-erwiesen war, so konnte dagegen in den andern Punkten einZweifel in Betreff ibrer Glaubwürdigkeit in dem Geiste des Königsnicht bestehen: ob er Bouillon wirklich bestrafen wollte, das mochteer wohl von dem Benebmen desselben abbängig machen, ebensowie er es einst bei Biron gethan hatte.
Er vermied cS alio, sogleich mit aller Strenge gegen den
') Ü18. Lbiffrirtc Depejibe» Auala'e an Ercherzog Albert ooi» 18. De-zember 1600, 18. Januar 1603, Haue-, Hof- »nt Staatsarchiv in Wien.0. 188. — Memoir Aerssen's an die Generalitaaten, 13. April 1802; I^ettresst KsxociaOons äe Luriuivnl, 391 t>.