Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Feste Begründung des Königthums in Frankreich.

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Herzog aufzutreten. Grade in Bezug auf Bouillon mußte ihmdaran liegen, den Weg der Milde bis aufs äußerste zu verfolgen,sich in keinem Punkte zu übereilen, auch nicht den mindesten Ver-dacht von Voreingenommenheit oder prinzipieller Abneigung zuverursachen. Handelte es sich hier ja nicht um eine reine Personen-frage. Bouillon war einer der angesehensten Häupter der Resor-mirten, und wie leicht konnte diese empfindliche und ohnehin miß-trauische Partei die Kränkung des Herzogs als eine absichtlichegegen sie selbst geschleuderte Beleidigung, als Ausfluß der Feind-seligkeit des Königs gegen die ganze evangelische Gemeinschaft inFrankreich auffassen! Ferner war Bouillon warmer Unterstützunggerade durch die besten Verbündeten des Königs gewiß. Durchseine zweite Vermählung mit Elisabeth von Nassau war er derSchwager des Prinzen Moritz von Oranien und des Kurfürstenvon der Pfalz geworden. Die Königin von England und dieprotestantischen Fürsten Deutschland's betrachteten ihn als denmächtigsten und trefflichsten Vorkämpfer der guten Sache in Frank-reich. Heinrich mußte sich darauf gefaßt machen, alle diese Mächtemit Nachdruck für den Herzog eintreten zu sehen: um so vor-sichtiger mußte er in dieser Angelegenheit vorschreiten.

Von diesem doppelten Gesichtspunkte: einerseits Bouillon zurUnterwerfung zu nöthigen, andrerseits aber in vorsichtigen undmilden Formen, so lange es möglich, gegen ihn zu verfahren,ging er aus.

Er richtete also an Bouillon ein Schreiben (18. Nov. 1602),durch welches er ihn in den freundschaftlichsten Ansdmcken auf-forderte, unverzüglich an den Hof zu kommen. In den letztenAussagen der Zeugen des Biron'schen Prozesses habe sich derName des Herzogs in diese unglückselige Angelegenheit verwickeltgefunden. Der König zweifle zwar nicht an seiner Unschuld, zu-mal er ihm so große Wohlthaten erwiesen; aber gerade desbalbsolle der Herzog zu des Staateö und seinem eigenen Besten sichvon dem falschen Verdacht so bald wie möglich reinigen.