Band 
Zweiter Theil.
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Drittes Kapitel.

trotz ihres demüthigen Sträubens aufstehen, und nun hielt derProvinzial Jgnaz Armand eine lange Rede an den Monarchen, inwelcher er die gegen sie erhobenen Anschuldigungen zu widerlegensuchte und, unter vielen überschwänglichen Lobeserhebungen fürHeinrich, denselben um ihre Wiederznlassnng in Frankreich an-flehte. ') Der König antwortete freundlich: Freilich habe das Par-lament nur nach reiflicher Ueberlegung seinen Beschluß gegen dieJesuiten gefaßt; indeß für seine Person hege er gegen sie eben sowenig Uebelwollen, wie gegen irgend jemanden sonst in der Welt.Sie möchten ihm ihre mündliche Vorstellung auch schriftlich über-reichen — was sie sofort thaten, da sie dieselbe schon vorher zuPapier gebracht hatten. Ostermontag wurden sie von neuem beidem Könige eingeführt und fanden dieses Mal einen noch gütigernEmpfang. Er befahl dem Provinzial Armand, ihn mit dem VaterCotton, einem fein gebildeten Priester, der vorzüglich als ausgezeich-neter Prediger bekannt war, in Paris zu besuchen; denn er habe die Ab-sicht, sie in Frankreich wieder einzuführen und sich ihrer zu bedienen.Nach diesen vielverheißenden Worten küßte er die Vater und entließ siehöchst erfreut über das so glückliche Ergebniß ihrer Verhandlung.

In der That hegte Heinrich längst dem Orden sehr günstigeGesinnungen. Theils wollte er einen Beweis seiner echt katholischenGesinnung geben, theils meinte er auch, sich der mächtigen undweltklugen Jesuiten zu seinen eignen Zwecken bedienen zu können.Die Jesuiten waren nach ihrer Vertreibung sehr gemäßigt undklug verfahren. Sie waren sehr eifrig beflissen gewesen, nach demUebertritte des Königs dessen Aussöhnung mit dem Papste herbei-

') Wer sich für diese Art von Beredsamkeit interessirt, findet die Rededes Provinzials Jgnaz Armand vollständig bei k. Onxst, Okr. ssxt. x. 242 L,vnpleix, Ilistoirs äs üenr^ 1s 6rnnä x. 337 ti'., und lateinisch bei I'Iion, I.6XXIX. 994 tk. (sä. bstnnsok. 1628 xnr8 III.) In der folgenden Darstellungsucht Dupleix, der erst lange nach den hier von ihm geschilderten Ereignissenschrieb, den König als den Jesuiten noch günstiger darzustellen, als er sich —nach dem zuverlässigern Zeitgenossen Palma-Cayet — wirklich zeigte.

2) Du klessw, Nsmoirss, 258 I.