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Viertes Kapitel.
Nach abermaligen Kämpfen mit der Königin verlangte die Verneuilnoch einmal die Erlaubniß, das Reich verlassen zu dürfen —aber Staats- und Herzensgründe bewogen in gleicher Stärke denKönig, ihr dies zu verweigern.') Er besuchte sie nach wie vor;bekanntlich hat er die Kinder, die er von ihr besaß, legitimirt.Und dabei verrieth ihn diese Frau in jeder Beziehung. Einmalin politischer: ungewarnt und unbeeinflußt von frühern Vor-gängen, knüpfte sie von neuem mit den Spaniern an, zumalmit Don Pedro de Toledo, dem wüthendsten Feinde Frankreichsund insbesondere Heinrich's IV., den es überhaupt gab.") Umso mehr auch in Herzensangelegenheiten: mit dem Herzoge vonGuise unter andern unterhielt sie ein so intimes Liebesverhältniß,daß man von ihrer Verheirathung mit ihm sprach.") Anderesvielfaches Gerede der Zeit über sie verschweige ich.
Als die Entdeckung der von der Marquise mitbetriebenenVerschwörung den König für einige Zeit gezwungen hatte, jenezu meiden, suchte er Entschädigung bei Jacqueline von BueilGräfin von Moret. Leider war deren Gemahl hiermit durchausunzufrieden und sprach seinen Entschluß aus, jeden allzu intimenVerkehr seiner Frau mit dem Monarchen zu hindern. IndeßHeinrich wußte dagegen Mittel: jener wurde durch die Androhungder Bastille zur schweigenden Duldung gezwungen. Als die schöneFrau im Begriffe stand, dem Könige den zweiten Sohn zuschenken, hatte man wenigstens so viel Schicklichkeit, durch denBischof von Paris ihre Ehe mit dem Grafen lösen zu lassen.Dabei waren alle fest überzeugt, daß sie dem Könige keineswegstreu sei, sondern ihm den Prinzen von Joinville vorziehe, der sich
') N8. Dep. Pecquius' v. 23. Juli 1607 (Wien).
r) S. darüber N8. Brief der Verneuil an Don P. de Toledo, v. 20. Ja-nuar 1608; Arch. v. Sim. (Paris) X. 1461.
^) L18. Dep. Pecquius' vorn 16. Januar 1608 (4,rek. Aonerulss änRo^unme in Brüssel, dlexoeiut. äs Brunos, 3): . . . uueuns uäsouräontyus Irr Usrqniss sst eneeints än vneq. — kierrs äs IMtoile (eä. I'etitot)III. 479.