Frankreich's innere Zustände unter der Regierung Heinrich's IV.
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deshalb, von Heinrich mit den schlimmsten Drohungen verfolgt,nach Lothringen begeben mußte.')
Noch schimpflicher war Heinrich's Verbindung mit einer dersittenlosesten Frauen der Zeit, Charlotte des Essars, die er zur Gräfinvon Romorantin erhob. Obwohl sie — außer mit vielen andern— besonders mit einem Kirchenfesten, Ludwig von LothringenKardinal von Guise, in innigem Verkehre gestanden und ihm sogarKinder geboren hatte, ließ sich dennoch der König seit demJahre 1606 in eine Liebschaft mit ihr ein, die er der Königinauf keckste und brutalste Weise selber erklärt hat. Er erhielt eineTochter von ihr, die im März 1608 legitimirt wurde. Indeßwenig später setzte die Marquise von Verneuil — dem Königegegenüber fast noch eifersüchtiger und unduldsamer als seine Ge-mahlin — alle Hebel an, die Nebenbuhlerin aus Heinrich's Gunstzu verdrängen: was ihr auch bei ihrer weit überlegenen Schönheitund Klugheit leicht gelang. Der getreue La Varenne mußte mitder Gräfin über die Bedingungen handelseinig werden, unterwelchen sie alle Ansprüche auf den König aufgab?)
Aber mit diesem Erfolge hatte die Marquise nicht viel ge-wonnen. Kaum war Charlotte des Essars beseitigt, als der leichtentzündbare Monarch sich in der Verneuil schöne Schwester,Marie Balzac von Entragues, verliebte. Er zeigte seine Neigungbald so offenbar, daß sie von jedermann bemerkt werden mußte.Oft blieb er mehrere Tage hinter einander bei dem Fräulein.Alle Welt war — trotz der niedrigen Moral der Zeit — überdiese neue Liebschaft eines nun fast sechszigjährigen Mannes ent-
') Ueber die Gräfin von Moret führe ich von noch unbenutztem Materialan: die N8. Depeschen Apala's vorn 20. Nov. 1606, Pecquiuö' v. 28. März,15. Okt. 1607 (Wien), und Jrraraga'S vorn 26. März, 12. Mai 1607 (Sinn);ferner Rslnr. äi Vn^. Lnäoer (Dur. s Herein II., I.) 110, welcher behauptet:Un treääerrn äi epiriti äi «pusstA «tonnn e enusn elrs In repchrn non Irn nmnls elre il rs Inmi, purelie von tat inerro ei si seoräi leitn mnrcliesn(so. äi Verneuil).
-) I,. LI. VII. 138. 510 I.