Frankreich's innere Zustände unter der Regierung Heinrich's IV.
303
von der schönen Gabriele, Cäsar, damit'auszustatten. Auch dieGrafschaften Clermont und Auvergne, welche die Königin Mar-garethe auf Lebzeiten inne hatte, wurden mit der Krone vereinigt.')Seine souveränen Fürstenthümer Navarra und Bearn hat er un-abhängig bestehen lassen, doch bereitete er ihre Einverleibung inFrankreich vor, die dann im Jahre 1620 erfolgt ist.
Es war nur eine weitere Ausführung dieses Planes, dieKrone und die königliche Familie zu bereichern und weit über allegroßen Adelsgeschlechter zu erhöhen, wenn er im Jahre 1598 denHerzog von Mercoeur zwang, seine einzige Tochter und Erbinmit dem soeben erst dem Säuglingsalter entwachsenen Cäsar vonVendome zu verloben: so fielen diesem Königssohne die un-geheuren Böschungen des Hauses Penthievre zu, aus Grund derenMercoeur noch als letzter die Fahne der Liga in der Bretagnehoch zu halten vermocht hattet)
Ebenso eifrig wie der König die Macht der Krone stärkteund erhob, suchte er die Kräfte selbst der dem Throne zunächststehenden großen Familien zu beschränken und wo möglich zu ver-mindern. Den Prinzen von Geblüt sowie vom Hause Lothringenward jede glänzende und reiche Heirath verwehrt. Ein zeit-genössischer Schriftsteller b) legt dem Könige geradezu die Absichtbei, diese Familien erlöschen zu lassen oder sie wenigstens durcharme Verbindungen der Macht und des-Reichthums zu berauben.Alan kennt in der That die tyrannische Hartnäckigkeit, mit welchersich der König der treuen langjährigen Liebe seiner SchwesterKatharine und ihres Vetters, des Grafen von Soissons, wider-setzte und dadurch beide unglücklich machte. Soissons, noch mehraber seinen andern Vetter, Conde, hielt er in solcher Armuth, daßsie gänzlich von seiner Gnade abhängig waren. Den Provinzial-gouverneuren, die bisher kleinen Königen geglichen hatten, setzte er
') N«re. Irss. I. 2881 ,.
-) ve I'Iwu, I. OXX., t. III. 822 (sä. brauest'. 1621 toi.).3) t?oiiteiu>.^-UÄreiiiI, 25 I.