Frankreichs innere Zustande unter der Regierung Heinrich's IV.
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übernahm, fand er die Staatsschuld in Höhe von 348,600,000 Livresvor:') nach zwölfjähriger Verwaltung hatte er sie auf etwa224 Millionen — zwei Drittheile! — ermäßigt. Das Aktiv-vermögen des Staates war durch Vermehrung der Domänen be-trächtlich erhöht. Die Steuern gingen regelmäßig und ohne großeErhebungsverluste ein, waren nicht allzu drückend und durch ihreVeranlagung als hauptsächlich direkte Steuern der Zunahme desWohlstandes nicht gefährlich. Dabei hatte Sully seinem Herrndie Mittel gegeben, eine in allen Ländern Europa's geachtete undeinflußreiche Stellung einzunehmen. Solche Erfolge werden demOberintendanten der Finanzen für immer einen hervorragendenPlak in der Geschichte seines Landes anweisen, auch wenn wirden Ruhm eines finanziellen und ökonomischen Reformators, mitdem man ihn oft umgeben hatH) nicht als berechtigt anzuerkennenvermögen.
Die Mittel, durch welche Sully dies alles erreicht, warenfreilich zum Theil recht harte. Seine Untergebenen hatten einschlimmes Leben, und oft genug erpreßte er von ihnen durchAndrohung langwieriger gerichtlicher Untersuchungen Summen, mitdenen er den Staatsschatz bereicherte. Indeß begnügen wir unsmit den glänzenden Resultaten, ohne uns die Befriedigung durchallzu genaue Betrachtung der zu denselben führenden Wege zustören. —
Trotz aller Geschicklichkeit und alles Eifers würde es Sullynicht gelungen sein, die französischen Finanzen in eine so beneidens-werthe Lage zu versetzen: wenn nicht die durch die Bürgerkriegelang unterdrückte Produktionskraft des französischen Volkes nunmehrsich von neuem frisch entfaltet hätte. Freilich hat auch hierandie Regierung mehr als ein Verdienst. Das erste und wahrlichnicht unwichtigste war. daß sie sich nicht unnöthig bevormundend
') Th. I. S. 48 An»,. I.
2) So auch Niclistet, Bd. XI.