Band 
Zweiter Theil.
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Viertes Kapitel.

Abgaben befreit.') Dieser Zustand dauerte, zum großen Vortheiledes französischen Ackerbaues, bis zum Tode des Königs — aus-genommen den kurzen Zeitraum des spanisch-französischen Handels-streites (oben S. 76). Die Folge war ein lebhafter Export fran-zösischen Getreides, besonders nach dem nördlichen Spanien. Wasnun die Getreidepreise anbelangt, so waren dieselben damals wieüberall so auch in Frankreich außerordentlich wechselnd. In demschlimmsten Nothjahre dieser Zeit, 1595, stieg der Preis einesSeptier (240 Pfund) Getreides auf 25 Livres, welche ihremmetallischem Werthe nach heutigem 61M Francs entsprechen,während er gewöhnlich nur 5^/s Livres (— 15 Vs Frcs.) betrug.Luxusobst war damals bei weitem theurer als zu jetziger Zeit.Man machte sich kein Gewissen daraus, eine vorzügliche Birnemit einem Goldthaler — 2'/s Thaler dem Metallwerthe nach —einen guten Apfel mit vierzig Sons — fünf Francs 42 Centimes— zu bezahlen. 2)

Indeß der König war nicht damit zufrieden, nur die allseitigeund fleißige Bebauung des schon vorhandenen Ackerbodens wiederzu ermöglichen und auf jede Weise zu befördern: auch solche Län-dereien, die bisher von der Natur selbst der Kultur entzogenworden waren, suchte er für dieselbe zu gewinnen. Vorallem wünschte er die Sümpfe in den Provinzen Poitou, Bor-delais, Saintonge, Bretagne u. s. w. ausgetrocknet, um ihr Terri-torium dem Ackerbau zu übergeben. Er ging dabei mit demganzen Enthusiasmus ökonomisch naiver Anschauungsweise für der-gleichen Unternehmungen zu Wege, keine Kosten und Anstrengungensollten zur Vollbringung eines so nützlichen Werkes gescheut werden^Im April 1599 erschien ein Dekret, welches alle französischenUnterthanen zur Uebernahme der Austrocknung der Sümpfe auf-forderte, ihnen dafür den Besitz der Hälfte des von ihnen ge-

') Dekrete »ein 12. März 1505, 26. Febr. 1601; ?oir8on, IV. 615 Lkistoils 111. 184. 368. — UoMsil, Histoiro äss Itrrmssls aux oingäerniers 8ieeles, III. (Paris 1847, 3. Aufl.), S. 145.