Frankreich s innere Zustande unter der Regierung Heinrich s IV.
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und richtete eine besondere Zentralverwaltung des neuen Staats-eigenthums ein. Die Höflinge, voll Aussicht, sich auf diesenPosten zu bereichern, ließen sich die höchsten Stellen ertheilen.Der Groß-Stallmeister Bellegarde wurde Großmeister, der Lieblings-kammerdiener des Königs Beringen — ein Deutscher — General-kontroleur, und so fort. Privatunternehmer wurden zur Betheili-gung an dem wichtigen Werke aufgefordert, indem sie die Aus-beutung der Minen, freilich unter beständiger Beaufsichtigung desStaates, in Pacht erhalten sollten. Der Eifer war so groß, daßdie Arbeit an den Bergwerken selbst für die meisten Festtage ge-stattet wurde.
Indeß diese ausschweifenden Hoffnungen wurden völlig ge-täuscht; Frankreich sollte sein Peru nur nach Sully's Ausspruchim Fleiße und in der Geschicklichkeit seines Volkes finden. Derfranzösische Arbeiter, an bequemes Leben und gute Bezahlung ge-wöhnt, zeigte sich für die beschwerliche Mincnarbeit untüchtig undforderte zu hohen Tagelohn. Nun ließ man deutsche Arbeiter-kommen: jedoch dieselben waren nicht lange in Frankreich, als siedieselben Lohnsätze, wie die Franzosen, zu beanspruchen begannen.
Der Ertrag war nicht groß genug, um die Kosten zu decken.Hundert Jahre früher, als noch nicht die aus Amerika zuströmendenMassen des Edelmetalls den Preis des Goldes und Silbers ge-drückt hatten, würde man vielleicht mit Nutzen gearbeitet haben,während jetzt die Pächter nur Schaden hatten.
Der König gab sich noch nicht für besiegt. Im Mai 1604erschien ein Staatsrathsbeschluß, welcher die Pächter der Berg-werke zur Beschleunigung ihrer Arbeiten, unter Androhung desVerlustes ihrer Rechte aufforderte. Dieser Beschluß zeichnet sichdurch die lobenswertste Sorgfalt aus, die er für die Interessender Arbeiter kundgiebt: dieselben sollten vor allen Gläubigern der
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