Band 
Zweiter Theil.
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Viertes Kapitel.

Mittel", sagt er selbst in einem Edikte,') „unsere Unterthanen„aus den Verwirrungen und der Zerrüttung des Bürgerkrieges„zu ziehen, ist die Einrichtung von Gewerben und Manufakturen,„sowohl wegen der Hoffnung, die sie geben, dieses Reich zu be-reichern und zu verschönern, sowie, daß wir nicht mehr wie„Bettler und arm an Erfindung zu unsern Nachbarn unsere Zu-„ flucht nehmen müssen, um weit zu suchen, was wir bei uns be-sitzen; als auch weil dies ein leichtes und angenehmes Heilmittel„ist, unser genanntes Reich von so vielen Lastern zu reinigen,„welche der Müßiggang hervorbringt".

Also moralische und praktische Zwecke zugleich waren es, dieHeinrich bei der Begünstigung der Industrie im Auge hatte:Besserung der untern Volksklassen, politische Beruhigung derselben,Erhebung Frankreich's zu dem ihm unter den Nationen gebührendenRange, Bereicherung des Landes. Wie groß das Uebel war,welches er bekämpfen wollte, geht daraus hervor, daß man be-rechnete, nur für Seidenstoffe gingen jährlich sechs MillionenLivres ( ^ 13 Millionen Thaler), für alle vom Auslande bezogenenKleidungsstoffe sogar sechs Millionen Ecus ( 39 Millionen

Thaler) über die Grenze.") Die andern Einfuhrartikel sind hiereben noch nicht mit einbegriffen. Der französische Export dagegenwar damals fast gleich Null.

Der König begann sein schwieriges Werk mit der Belebungder noch im Lande vorhandenen Industrie. Das erste Mittel,welches er hierzu anwandte, war ein höchst rationelles, die Be-freiung des Kleingewerbes von den drückendsten Fesseln. DurchEdikt vom April 4597 schaffte er die unendlichen Förmlichkeiten,Kosten und Schwierigkeiten, mit welchen Lokaltyrannei und Brod-neid bisher die Erlangung der Meisterschaft erschwert hatten, miteinem Schlage ab. Die einzigen Bedingungen, welche dieses

') Aug. 1603: IsÄiudert, XV. 283.

9 N8. Zeamiin, X tu iiiemoire psrpstuells äs llsnrv (juutrissmo(Libl. äs Lourx.. Brüssel, vol. 10,739). — ?. OH'vt, Oliroii. sspt. 64.