Frankreich's innere Zustande unter der Regierung Heinrich's IV.
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starben allein im Hetel-Dien in Paris 416 Personen, die meistenin Folge von Mangel und Entblößung. Eine Frau wurde ver-brannt, die ihre verhungernden Kinder durch schnellen Tod hatteerlösen wollen. In einem einzigen Viertel von Paris gab eS776V Arme. Die Armentaxe mußte verdoppelt werden. Andrer-seits fröhnten der Adel und die großen Bankiers einem aus-schweifenden Luxus in Speisen und zumal in Kleidung, zu welcherdie Stoffe unter großen Kosten aus dem Auslande beschafft werdenmußten.')
Wie sollte man diesen traurigen Uebelständen abhelfen? Sulkymit seinem beschränkten und harten Sinne hatte die Antwort schnellbei der Hand: man muß den Luxus verbieten, die Ausfuhr vonGold untersagen, die Armen aus der Stadt auf das Land treiben,wo sie mit mühseliger Arbeit sich kargen Lohn verdienen sollen:denn nur so werden sie zu Soldaten tüchtig. Die Industrie schienihm nur gut, Müßiggang und unnützen Aufwand zu erzeugen.Heinrich aber, von Oliver de Serres und Bartholomäns Laffemas,einem tüchtigen Praktiker und Theoretiker in Handelssachen, einesBessern belehrt, erfaßte diese Dinge von einem viel höhern Gesichts-punkte. Den Sitten der Zeit durch Verordnungen erfolgreichEinhalt zu gebieten, schien ihm mit Recht unthunlich. Er hieltes auch für etwas gar nicht so Schlimmes, daß der, welchem dieMittel zum Genusse des Lebens zugefallen sind, sie wirklich benutze.Er kannte die Anstelligkeit, den guten Geschmack des französischenArbeiters: deshalb wollte er den Luxus der Großen zur Wieder-gewöhnung des Volkes an Thätigkeit und zur Ernährung desselbenverwenden. So hoffte er es körperlich und moralisch von seinertiefen Verkommenheit zu heilen, so ohne Zweifel es auch in po-litischer Hinsicht ruhiger und friedliebender zu machen, so endlichseine eigenen Einkünfte zu erhöhen. „Eines der hauptsächlichsten
') ?. äs I'Lüloile (sä. 1'etitot), 111. 156 ä'. — Ilum 1. OXXIX.t. III. p. 096 k.
Sullx, V. 64 «. '